Der Nase nach durch den Advent – wie wir uns Weihnachten „erriechen“ können

Ob Stress, Regenwetter oder zu warme Temperaturen – der Dezember ist für manche eher eine Last denn ein Countdown bis Weihnachten. Nicht jeder kommt da in Festtagsstimmung, auch wenn sich der Einzelhandel viel Mühe gibt und in Kaufhäusern „Last Christmas“ in Dauerschleife zu hören ist. Manchmal muss man selbst ein wenig nachhelfen.

Oft reicht es schon, nicht nur Augen und Ohren, sondern vor allem die Nase zu öffnen: Düfte sind eng mit Erinnerungen verknüpft und können die eigene Stimmung beeinflussen. Sie helfen, die Umgebung besser zu verstehen, indem ihr eine individuelle Bedeutung verliehen wird. Diese „Dufterlebnisse“ stammen aus unsere Kindheit und frühen Jugend und können sowohl positiv als auch negativ sein. Riechen wir neue Düfte, werden diese sofort mit einer Bedeutung belegt und unbewusst mit der emotionalen Situation und der Stimmung verknüpft, in der wir uns beim Riechen befinden. Diese Kombination aus emotionalem Zustand und Duft wird zusammen abgespeichert und später auch wieder in dieser Form abgerufen. Vielen Menschen geht das mit dem Geruch von Meer so: Riecht man Salz, etwas Tang und vielleicht Sonnencreme, kommt gleich Urlaubsstimmung und die dazugehörige Entspannung auf. Unsere Nase nämlich steht in unmittelbarer Verbindung zu unserem limbischen System und damit emotionalen Gehirn, das mithilfe der Dufterinnerungen auch unsere aktuelle Stimmung beeinflussen kann.

Um daher in Weihnachtsstimmung zu kommen, kann es helfen, bewusst zu schnuppern. Nicht umsonst wird Weihnachten das „Fest der Sinne“ genannt. Welche Gerüche den Advent und die Festtage für uns ausmachen, wird durch Erinnerungen aus unserer Kindheit geprägt: Ob es das gemeinsame Plätzchenbacken war, das Anzünden des Adventskranzes oder Bratäpfel, die im Ofen schmoren. Jeder Mensch hat seine eigenen Erinnerungen, die bei ihm die Vorfreude auf Weihnachten wecken. Die sind allerdings auch kulturspezifisch geprägt: Menschen in westlichen Ländern haben eine andere Geruchskultur als beispielsweise Südamerikaner oder Afrikaner. Lebkuchengewürze, Räuchermännchen, Kerzenduft, Orangen, Vanille, Zimt oder Nelken verbindet nicht jeder auf der Welt mit Advent und Co. Was „Weihnachtsduft“ bedeutet, ist also zum einen kulturabhängig und speziell auch noch einmal individuell erlernt.

Welche Düfte verbindet Ihr denn mit Weihnachten? Und wie kommt Eure Nase in Adventsstimmung?

Weiterführende Links:
Wenn Nasen Gefühle steuern
Weihnachtsduft selber machen
Weihnachtsduft kann gereizt und agressiv machen
Der Duft nach Weihnachten

By | 2015-12-15T08:31:04+00:00 15. Dezember 2015|Categories: Allgemein, Meinung, Unterwegs|Tags: , , |

4 Kommentare

  1. Sabrina 15. Dezember 2015 um 20:35 Uhr- Antworten

    Der Duft an Weihnachten ist wunderschön

  2. Birgit T 15. Dezember 2015 um 20:40 Uhr- Antworten

    Ich liebe diese Zeit kurz vor Weihnachten, wenn die Straßen alle so schön erleuchtet sind, und man überall die Kerzen sieht – da stellt sich der Weihnachtsgeruch von ganz alleine ein. Also, ich wünsche Euch eine gute Zeit und natürlich auch einen guten Rutsch.

  3. Herrmann von Strunkenberg 16. Dezember 2015 um 9:14 Uhr- Antworten

    Sorry, langsam ist gut damit. Mir stinkt Weihnachten im wahrsten Sinne des Wortes. Euer Herrmann

    • Dr. Klemens Surmann
      Dr. Klemens Surmann 16. Dezember 2015 um 9:31 Uhr- Antworten

      Lieber Herrmann, bald bist du ja erlöst – halte einfach solange durch!

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