Was tun mit den ganzen Daten?

Nun hat es also auch die Versicherungsbranche erwischt. Man hat erkannt, dass man Unmengen von Daten schon hat, zukaufen kann und diese dann auch entsprechend verwenden kann. Über eines muss man sich im Klaren sein:  Im Zeitalter der Digitalisierung entscheiden vor allem Wissensvorsprünge über den geschäftlichen Erfolg. Wie nutzt man die ganzen Daten, um hier zu bestehen? Wie gelingt es, Big Data in Smart Data zu verwandeln? Versicherungsunternehmen  stehen Informationen in nie gekannter Größenordnung zur Verfügung. Wie gehen wir im Unternehmen damit um?

Selbstlernende Algorithmen

Daten alleine haben keinen Wert, die Daten müssen entsprechend intelligent verknüpft und ausgewertet werden. Ziel ist, aus dem eigenen Datenbestand heraus nützliche Erkenntnisse zu gewinnen. Daraus generiert man neue Produkte und Dienstleistungen, von denen die Kunden vielleicht noch nicht einmal ahnen, dass sie diese nachfragen würden.  Dazu macht man sich Gedanken über selbstlernende Algorithmen.  Solche Algorithmen gibt es bereits, man denke an Echo, Siri oder Google Now.  Für Versicherungen bietet sich mit einer solchen Software die Chance, ihren bereits vorhandenen eigenen Datenbestand sowie neu gesammelte Daten wesentlich effektiver zu nutzen. Man könnte etwa Korrelationen im Kundenverhalten mit bestimmten Merkmalen aufdecken oder ähnliche Kundengruppen mittels Clusteranalyse identifizieren –  und das alles blitzschnell und in einer nie gekannten Qualität.

Alles wird anders

„Alexa, ich will mein Auto versichern“ – eine solches Kundengespräch könnte schnell Wirklichkeit werden. Das zeigt, für die Versicherungsbranche ändert sich alles, ob Produktentwicklung, Kundenansprache oder Vertrieb. Produkte werden smarter und viel mehr auf den Kunden zugeschnitten, wenn man es denn im eigenen System abbilden kann. Der Vertrieb wird sich mit ganz neuen Methoden der Kundenansprache anfreunden müssen, seine fachliche Beratungskompetenz bei komplizierten und erklärungsbedürftigen Produkten wird deutlich mehr in den Vordergrund treten.  Vieles wird einfacher – dafür gibt man auch vieles Preis.

Fachkräfte gefragt

In der Theorie hört sich das alles sehr schlüssig an. Doch müssen diese ganzen Konzepte auch umgesetzt werden. Dazu müssen die Versicherungskonzerne erst einmal genügend Fachkräfte anheuern, die am Markt überall sehr gefragt sind. Auch hier ist ein völliges Umdenken von einem angebotsorientierten zu einem nachfragedominierten Markt notwendig. Auf einmal können die Jobsuchenden wieder auswählen – und nicht umgekehrt.

Kundenvertrauen wichtig

Die entsprechenden Data-Mining-Methoden sind nicht einfach umzusetzen. Gerade in Deutschland stehen  Antworten auf typische Fragen zur Datensicherheit besonders stark im Fokus. Big Data und damit auch Smart Data werden spätestens seit Edward Snowden zurecht äußerst kritisch betrachtet.  Die Versicherungsunternehmen müssen hier deutliche Transparenz zeigen. Die Kunden wollen verstehen, wie die ihnen angebotenen Services zustande kommen, auf welche Art ihre Daten dafür genutzt werden. Idealerweise finden sie dabei auch Möglichkeiten zur Einflussnahme. Auch die Europäische Union hat sich hier schopn gedanken gemacht: Die neue ab 2018 gültige EU-Datenschutz-Grundverordnung gibt schon heute wertvolle Hinweise zu diesem Thema.

Eure Meinung

Jetzt interessiert uns Eure Meinung – natürlich beschäftigen wir uns auch bei der Gothaer mit dem Thema. Gebt Ihr für gute Services gerne persönliche Daten preis oder habt Ihr ein ungutes Gefühl dabei und lasst es lieber?

Foto: pixabay/lizenzfrei

Von | 2017-11-06T15:28:24+00:00 6. November 2017|Kategorien: Allgemein, Digitalisierung|Tags: , |

3 Kommentare

  1. Bernd 7. November 2017 um 12:44 Uhr- Antworten

    Interessante Sache. Macht mal was für Eure Kunden, wenn alles einfacher wird, könnt Ihr gerne Daten nutzen.

    • Dr. Klemens Surmann
      Dr. Klemens Surmann 7. November 2017 um 12:45 Uhr- Antworten

      Hallo Bernd, genau das ist ja der Sinn der Sache. Schau Dir mal unsere neue App an (unter Gothaer im AppStore), da ist schon einiges realisiert. VG Klemens

  2. Karola 8. November 2017 um 6:18 Uhr- Antworten

    Wir werden da wohl nicht wirklich drumherum kommen. Wenn ich mir überlege, dass Firmen alles und überall hören, gar sehen können….hatz umindest 2 Seiten.

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