Ich bin typisiert – ein Erfahrungsbericht

Kleiner Aufwand, große Wirkung – sich als potenzieller Spender in die Stammzellspenderdatei der DKMS aufnehmen zu lassen, ist nicht schwer, kann aber Menschenleben retten. Ein Erfahrungsbericht.

Fünf Minuten, zwei Wattestäbchen und ungefähr ein halbes Dutzend Fragen – mehr hat es nicht gebraucht, um mich als möglichen Stammzellen- oder Knochenmarkspender in der Datei der DKMS registrieren zu lassen.

Bei einer großen Betriebs-Typisierungsaktion der Gothaer Versicherung, bei der auch Musiker und Extremsportler Joey Kelly einige Gothaer Mitarbeiter typisierte, habe ich meinen kleinen Beitrag im Kampf gegen Blutkrebs geleistet, der eigentlich längst überfällig war.

Und der Beitrag in Form einer Registrierung ist im ersten Schritt wirklich gering. Zunächst habe ich ein paar Fragen zu etwaigen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten beantwortet. Dann folgte der eigentliche Abstrich: Genau eine Minute habe ich mit einem Wattestäbchen in der Mundhöhle die Wangenschleimhaut umkreist und danach das Prozedere auf der anderen Seite wiederholt. Während der zwei Minuten, in denen die Stäbchen anschließend trocknen, habe ich Fragen zu Stammdaten wie Alter, Adresse und ethnischer Herkunft beantwortet. Dann wurden die Wattestäbchen in einen Umschlag verpackt – fertig.

Da meine Registrierung erst vor ein paar Tagen war, ist mir die Möglichkeit irgendwann vielleicht als Spender infrage zu kommen noch sehr präsent. Aber ich bin mir sicher, dass sie relativ bald wieder irgendwo in den Tiefen meines Hinterkopfs verschwinden wird. Das ändert aber nichts an meiner Überzeugung, dass es richtig ist, sich als potenzieller Spender registrieren zu lassen. Jeder neue Spender nährt die Hoffnungen der Blutkrebspatienten und erhöht ihre Überlebenschancen. Fast schon unvorstellbar, wie man mit einem solch geringen Beitrag eines Tages vielleicht eine riesige Wirkung erzielen und tatsächlich ein Menschenleben retten könnte.

Natürlich muss man sich im Vorfeld damit auseinandersetzen und sich im Klaren darüber sein, was es bedeutet, wenn es zum Tag X kommt, an dem ein „genetischer Zwilling“ Hilfe braucht. Dann heißt es, sich auf seine Überzeugung des Registrierungstages zurückzubesinnen.

Mir wird dann eine einfache Frage bei meiner Entscheidung helfen: „Was wäre, wenn ich einer meiner Lieben oder ich selbst auf einen Spender angewiesen wäre? Danach, da bin ich mir sicher, wird meine Antwort klar sein.

Bei der Gothaer Versicherung sind bereits fast 1.200 Mitarbeiter in der Stammzellspenderdatei der DKMS registriert. Das ist etwa jeder vierte Mitarbeiter. Weltweit sind etwa 6 Millionen potenzielle Spender registriert, die im Kampf gegen den Blutkrebs helfen wollen. Unter https://www.dkms.de/de könnt Ihr Euch informieren, wie auch Ihr helfen können.

Von | 2016-10-04T08:52:49+00:00 4. Oktober 2016|Kategorien: Allgemein, gesundheit, Gothaer|Tags: |

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