Duales Studium: Lernen und Arbeiten – geht das?

Ich habe mich dazu entschlossen. Das freie Studentenleben lockte zwar, aber das Angebot, im Rahmen des „Kölner Modells“ zu studieren und gleichzeitig zu arbeiten, war verlockender. Für mich war das duale Studium eine herausragende Chance für den perfekten Berufseinstieg. Seit September 2011 bin ich bei der Gothaer als duale Studentin angestellt und werde im August 2014 meinen Abschluss erzielen. Was steckt genau dahinter?

Bei uns gibt es den wöchentlichen Mix aus Fachhochschule (FH) und Arbeit – wir gehen einen Teil der Woche (2-3 Tage semesterabhängig) zu Vorlesungen im Institut für Versicherungswesen (IVW) an der FH Köln, den anderen Teil verbringen wir in der Hauptverwaltung der Gothaer in unseren individuellen Abteilungen.
Taschenrechner und Stift
Zusätzlich dazu haben wir auch noch BWV-Unterricht (Bildungswerk der deutschen Versicherungswirtschaft), der als Berufsschulersatz dient.

Die Arbeit

Mein persönlicher Weg in der Gothaer begann in der Lebensversicherung. In der Riestergruppe lernte ich die Grundlagen der Produkte sowie die allgemeinen Bedingungen kennen und unterstütze die Leistungsabteilung in der Bearbeitung der Riester-Anbieterwechsel. In den weiteren Stationen in der Lebensversicherung konnte ich mein Wissen intensivieren und mit dem Erlernten aus der Fachhochschule verbinden. Das ist ein ganz wichtiger Punkt: wir lernen nicht nur Themen für unsere Prüfungen in den Vorlesungen, nein, wir lernen für unseren Berufsalltag. Das theoretisch Erlernte von Montags, können wir in der Praxis am Donnerstag einsetzen. Die perfekte Kombination! Auch der Außendienst, der in der Versicherungsbranche ein wichtiger Bestandteil ist, steht bei uns „Kölner Modellern“ im Ausbildungsplan. Seit sechs Monaten bin ich in der Presse- und Kommunikationsabteilung der Gothaer stationiert. Hier darf ich an der internen und externen Kommunikation mitarbeiten und auch eigene Ideen einbringen. Ob als redaktionelle Mitarbeiterin oder Fotografin, der Aufgabenbereich ist sehr vielfältig.

Das Studium

In der FH besuchen wir im Grundstudium (drei Semester) Pflichtvorlesungen wie BWL, VWL, Rechnungslegung der Versicherungsunternehmen sowie Mathematik und Statistik. Erst im Hauptstudium, auch drei Semester, können wir uns auf bestimmte Sparten- und Funktionsfächer spezialisieren. Ich habe mich im Spartenbereich für die Sach- bzw. Betriebsunterbrechungsversicherung entschieden. Marketing und Personal sind meine beiden Funktionsthemen.

Mein Fazit zum dualen Studium – es lohnt sich!

Während der Ausbildung hat man die Möglichkeit sein eigenes Netzwerk im Unternehmen nach und nach aufzubauen. Es hilft ungemein bei der späteren Weiterbeschäftigung in der Gothaer Versicherung. Die Chance, hier übernommen zu werden, ist sehr hoch. Neben den ganzen Vorteilen, die wir duale Studenten genießen, darf man aber auch nicht vergessen, dass dies auch eine sehr anstrengende Doppelbelastung für uns darstellt. Andere Studenten, die in Vollzeit ihre Semester absolvieren, haben vor und nach den Prüfungen meist Semesterferien, die auf der einen Seite Zeit zum Lernen schaffen und auf der anderen Seite die Erholung pur sind. Wir dagegen haben wie ganz normale Mitarbeiter 30 Tage Urlaub im Jahr und können diesen frei einteilen.

Auch wenn der eine oder andere Tag für die Klausurvorbereitung in Anspruch genommen werden muss, es reicht auf jeden Fall aus, um einen schönen Sommerurlaub zu machen und zwischendurch auch ein paar Tage zur Erholung zu haben. Alles im allem lässt sich sagen: das duale Studium ist der perfekte Einstieg in das Berufsleben und vor allem ein Sprungbrett für die Karriere. Ich habe meine Entscheidung, bei der Gothaer das duale Studium zu machen, nie bereut und kann es wirklich jedem empfehlen.

Das „Kölner Modell“

Aufgrund der erhöhten Nachfrage bei jungen Abiturienten, bieten immer mehr Unternehmen in Deutschland in Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen eine Kombination aus Lehre und Studium an.

Viele verschiedene Varianten findet man jetzt schon auf dem Markt, wie etwa das ausbildungsintegrierte Studium mit einem Ausbildungsvertrag, Blockunterricht oder wöchentlicher Mischung aus Universität und Arbeit oder auch das praxisintegrierte Studium, welches aus dem klassischen Studium und einem Stipendium als Praxiserfahrung besteht. Aber eins haben alle diese Modelle gleich: die Verbindung der wissenschaftlichen Arbeit an einer Hochschule und der Praxisbezug in einem Betrieb bzw. in der Ausbildung.Insurance-SchildDie finanzielle Unterstützung der Unternehmen und die großartigen Berufsaussichten bilden nur zwei der vielen bedeutungsvollen Vorteile für Schulabgänger.

Auch die Gothaer Versicherung bietet ein duales Studium nach dem „Kölner Modell“ an. Es ist ein ausbildungsintegriertes Studium, welches aus 6 Semestern Versicherungswesen an der FH Köln und aus 2,5 Jahren Ausbildung zur Kauffrau/Kaufmann für Versicherungen und Finanzen besteht.

Wer Lust hat – ab 2014 gibt es wieder freie Stellen für das Kölner Modell in der Gothaer Versicherung.

Links zum Thema:

Das duale Studium

Das Kölner Modell an der Uni

Das Kölner Modell bei der Gothaer

Studieren mit Kind

Duakles Studium im Ausland

Zwischen Studium Karriere und Familie

Stimmen zum dualen Studium:

azubiyo-blog (Das Online-Magazin für Berufswahl & Bewerbung
azubi-blog

[Bildquelle rechts oben: „Crackers“ von Steven S. unter „CC BY 2.0“-Lizenz] [Bildquelle rechts unten: „Neon Insurance Office Sign“ von David Hilowitz unter „CC BY 2.0“-Lizenz]
Von | 2016-10-17T12:01:48+00:00 27. August 2013|Kategorien: Blog|Tags: , , |

Ein Kommentar

  1. Florian 10. September 2013 um 13:05 Uhr- Antworten

    Ich finde vor allem wichtig, dass man in der selben Regelstudienzeit (6 Semester – ca. 2,5 Jahre) wie ein Vollzeitstudent seinen Abschluss erreicht. Man verliert hierdurch keine Zeit und bringt zusätzlich dazu noch den genannten Benefit der Berufserfahrung mit. Ich finde nicht nur Firmen Interne Netzwerke wichtig sondern auch interdisziplinären Austausch. Klar ist es toll fachspezifisch eingeteilt zu sein, aber für die weiteren beruflichen Schritte kann ein Blick in andere Branchen und Wettbewerbe auch von Vorteil sein. Ich z.B. sitze zwar auch an einer Dualen Hochschule allerdings sind in meinem Kurs trotz gleicher Fachrichtung vom Einzelhandel über Personaldienstleister bis zum Autovermieter viele Branchen vertreten.
    (Auch sollte man den Finanziellen Aspekt beachten, während Vollzeitstudenten meißt von Bafög oder Aushilfsjobs leben, verdienen wir volles Gehalt und zahlen in alle staatlichen Töpfe ein, was uns somit im Fall der Fälle auch ein Polster/Vorteil verschafft.)

Hinterlassen Sie einen Kommentar