Die Anti-Diät oder was darf man überhaupt noch essen?

Ich denke über Essen nach. Fleisch? Ungesund. Fett? Macht dick. Frischobst? Hat Fruchtzucker. Butter? Cholesterin. Limo? Zuviel Zucker. Und jetzt? Gedünstetes Tofu mit stillen Wasser? Nee danke, dann lieber verhungern. Die Auswahl des Essens kann einem schon zur Qual gemacht werden. Werde ich zu dick? Soll ich lieber Diät machen? Alles Quatsch sagen viele Wissenschaftler – man sollte einfach auf seinen Körper hören. Das allerdings muss man wohl wieder lernen.

Eigentlich ist es jeder leid, auf Diätpläne zu achten und dafür oft noch horrendes Geld zu bezahlen, aber so ganz sicher ist man sich dann doch wieder nicht. Inzwischen wächst allerdings der Aufstand gegen den Zwang bei der Nahrungsauswahl. Am 5. Mai 2015 gibt es sogar einen weltweiten Anti-Diät-Tag, der im Jahr 1992 von der Amerikanerin Mary Evans-Young aus Protest gegen den Schlankheitswahn initiiert wurde. Man muss sich ja nicht gleich selber engagieren, man kann ja einfach mal das eigene Denken und Verhalten hinterfragen.

Reizüberflutung und Diäten überstimmen die Signale des Körpers

Der Gesundheitswissenschaftler Thomas Frankenbach bringt es auf den Punkt. Die Reizüberflutung auch in Sachen Ernährung habe uns die Fähigkeit genommen, auf unseren Körper zu hören. Dabei helfe alles, was uns zur Ruhe kommen lässt. „Essen Sie, worauf Ihr Körper hungrig ist“ – das sagt die Psychoanalytikerin Susie Orbach und hält Diäten für Geschäftemacherei: „Wir wissen, dass der Staat, die Nahrungsmittelindustrie, Diätprodukte-Hersteller genau wie die Fitness-, Musik-, und die Schönheitsindustrie ein großes Interesse daran haben, uns ihre jeweilige Sicht auf den Körper aufzudrängen. In einer Welt voller Bilder fällt ihnen das leichter denn je. Auf allen Kanälen werden wir mit der Botschaft konfrontiert, durch Diäten könne jeder schlank und gesund werden.“

Also – hemmungslos essen, worauf man Lust hat? Bloß nicht! Man denke an die Natur: Kein Tier in freier Wildbahn macht Diät, alle essen, solange sie hungrig sind. Danach hören sie aber auf – und genau das ist die Kunst, die wir als Menschen verlernt haben. Wir essen oft aus Lust, Essen wird zu einem Ritual hochstilisiert und hat mit natürlicher Nahrungsaufnahme nichts mehr zu tun. Die Signale des Körpers? Fehlanzeige. Wenn wir das schaffen, diese wieder zu erkennen, dann leben wir gesund, brauchen keine Diät und haben keinen Frust, wenn wir an Bäckereien oder Hamburger-Buden vorbeigehen.

Hör auf Dein Bauchgefühl

Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang von somatischer Intelligenz. Das ist qausi der im Körper implementierte Ernährungsplan. Auf die Vorgaben der somatischen Intelligenz können wir uns bei unserer Nahrungswahl sicher verlassen. Mit ihr greifen wir automatisch zu dem, was unser Körper gerade an Nährstoffen benötigt. Somatische Intelligenz definiert sich durch Lust, Abneigung und Bekömmlichkeit und zeigt uns so, was wir brauchen und was nicht. Wichtig ist, die Bewegung nicht zu vergessen. Nahrung muss nicht nur zugeführt, sie muss auch verbraucht werden. Also – versuchen wir mal, auf unser Bauchgefühl zu hören Dann leben wir genauso gut, brauchen keinen Diätplan und müssen trotzdem auf nichts verzichten.

Links zum Thema:

Auf den Körper hören
Essen Sie, worauf Ihr Körper hungrig ist
Somatische Intelligenz
Eat smarter mit somatischer Intelligenz
Internationaler Anti-Diät Tag 2015

Foto: penjelly/flickrs/creative commons license

By | 2015-11-13T12:39:18+00:00 21. April 2015|Categories: Blog|

2 Kommentare

  1. Jenny 22. April 2015 um 9:06 Uhr- Antworten

    Gutes Thema. Ich habe mich eine Zeitlang gehen lassen beim Essen, das hatte fatale Folgen. Dann Diät, das Aussehen passte wieder, aber das hat alles keinen Spaß gemacht. Jetzt esse ich alles aber in maaßen, das scheint zu klappen. Schöne Grüße Eure Jenny

  2. Beate 25. April 2015 um 9:10 Uhr- Antworten

    Alles schön und gut, aber Klemens har recht, man soll essen, wonach einem ist. Essen aus dem Lehrbuch ist wider die Natur – da braucht ,an sich nicht zu wundern, wenn man dick, dünn, unterernährt oder machtsüchtig wird.

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