Mit dem Fahrrad auf der Überholspur

Mehr Fahrradschnellstraßen für Deutschland?

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen will fünf Fahrradschnellstraßen bauen. Sie sollen Pendler ermuntern, statt mit dem Auto öfter mit dem Rad zur Arbeit in die Innenstädte zu kommen. Dabei sind die circa vier Meter breiten Trassen als Vorfahrtstraßen angelegt, auf der die Haupt-Autorouten beinahe niveaufrei gekreuzt werden. Durch Ein- und Ausfahrten erreicht man auch außerhalb der Rad-Autobahn schnell sein Ziel. Für mehr Sicherheit sind die Strecken auch von Fußgängerwegen getrennt. Winterdienst und Beleuchtung sind ebenfalls Bestandteil des Konzepts.

Deutschland orientiert sich an den Niederlanden

Während in anderen Ländern ähnliche Projekte schon seit längerem erfolgreich funktionieren, steigt Deutschland erst neu in diese Form der Mobilität ein. Vorreiter sind – nicht überraschend – die Niederlande, wo es sogar mehr Fahrräder (rund 18 Millionen) als Einwohner (circa 16 Millionen) gibt. Schon in den 1980er Jahren gab es dort einige Modell-Fahrradrouten, auf denen keine Autos fahren durften. Inzwischen können die Holländer auf bisher sechs, bald aber schon 24 Velo-Trassen durchs Land radeln. Geplant ist außerdem bis 2025 der Ausbau des Fahrradstraßen-Netzes auf rund 675 Kilometer.

Auch Dänemark und London treiben den Ausbau sogenannter „Cycle Superhighways“ voran. Um zügiges Fortkommen beim Kreuzen von Autofahrbahnen zu ermöglichen, sollen die Ampeln für die Radfahrer so getaktet werden, dass man mit 20 Stundenkilometern auf einer grünen Welle dahingleiten kann.

Innovative Ideen mit immensen Kosten

Doch so innovativ diese Ideen sind, sie verursachen erhebliche Kosten – zusätzlich zur Instandhaltung des regulären Straßennetzes. Daher stellt sich die Frage nach der Rentabilität solcher Neuerungen. Warum wird Geld ausgegeben, um weitere Straßen – denn nichts anderes ist auch eine Fahrradschnellstraße – zu bauen, dabei Wald abzuholzen und Wiesen zu asphaltieren? Viel sinnvoller wäre es doch, die bestehenden Ressourcen zu nutzen und stattdessen beispielsweise eine Spur der Autobahn als Fahrradspur zu sperren.

Was ist Ihre Meinung dazu? Braucht Deutschland wirklich zusätzliche Strecken für Radfahrer? Oder sind andere Konzepte vielleicht sinnvoller und kostengünstiger? Welche Idee haben Sie zum Thema „Mobilität mit dem Fahrrad“?

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Weitere Links zum Thema:

Eine genauere Übersicht über die NRW-Velotraßen des WDR

Kurz und knapp zum Thema Fahrradautobahn

Welche Vorteile bieten Radschnellwege?

Radverkehr in Kopenhagen

Skizze eines „Radschnellwegs“ von Bergisch Gladbach nach Köln

Bayern investiert 200 Millionen Euro in Radverkehr

Dänemark baut Fahrrad-„Autobahnen“

[Bildquelle oben: Foto by Stefan Evertz (Creative Commons-Lizenz/Flickr/Foto cropped slightly)]
By | 2016-10-17T12:01:43+00:00 22. April 2014|Categories: Blog, Gothaer, Mobilität|Tags: , , |

Ein Kommentar

  1. Walter 29. April 2014 um 11:05 Uhr- Antworten

    Die Idee finde ich nicht nur gut, sondern längst überfällig. Im Verbund damit müssen für Fahrradfahrer nätürlich die Ampelschaltungen Bevorrechtigung erhalten. Analog den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann macht Fahrradfahren erst richtig Spaß und wird immer mehr Autofahrer zur Überlegung bringen, endlich aufs Fahrrad umzusteigen. Wenigsten in den Städten. Geld für den Bau dieser Radwege müßte auch genug vorhanden sein, denn wie das Nachrichtenmagazin FOCUS am 27.04. unter Berufung auf eine Übersicht über Mittelveränderung des Haushaltsjahres 2013 berichtet, haben sechs Bundesländer im vergangenen Jahr bereit gestellte Bundesgelder von über 100 Millionen Euro für den Straßenbau nicht abgerufen und verbaut.

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