Warum am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist

Am Ende des Monats wird das Geld knapp – wer von uns hat das nicht schon erlebt? Aber voran kann das wohl liegen? Die meisten Menschen glauben ja, sie seien selbst schuld daran. Wer mit dem Geld, das einem zur Verfügung steht, nicht auskommt, gilt sofort als verschwenderisch und unachtsam. Jedoch hat das einen tieferen Ursprung, denn Neurowissenschaftler glauben, dass unser Gehirn zu mindestens 90% unbewusst agiert.

Wer kennt das nicht: Man sieht es, man kauft es, aber hinterher ärgert man sich darüber, unnötig Geld ausgegeben zu haben. Während wir unserer Denkfehler beim Geldausgeben jedoch gar nicht bewusst sind, haben Marketingexperten der Industrie und des Handels bereits von Neurowissenschaftlern gelernt und nutzen gezielt unsere evolutionsbedingten Schachstellen aus, um uns dazu zu bringen, mehr zu kaufen und zu konsumieren, als wir wollen und tappen somit gnadenlos in ihre Fallen.. Das fängt schon bei der Preisgestaltung an. Es ist einfach leichter, fünf 20er auszugeben als einen 100er. Mit der EC-Karte hat man sowieso ein schlechteres Gefühl für Ausgaben, da man das Geld nicht direkt in der Hand hat.

Benjamin Libet, früherer Professor für Neurophysiologie an der University of California in San Francisco hat nachgewiesen, dass der bewusste Gedanke, eine Handlung durchführen zu wollen, fast eine halbe Sekunde nach dem Moment eintritt, in dem das Gehirn bereits mit der Vorbereitung des Entschlusses begonnen hat. Die Handlungen setzen also unbewusst ein. Also ist das Gehirn schuld am Einkaufsflash? Nicht nur.

Die systematischen Lockstellen im Supermarkt verführen zudem ungemein, wenn man dazu auch noch mit Hunger einkaufen geht, ist es sowieso passiert. Ist es euch nicht auch schon mal aufgefallen, dass am Eingang immer Obst und Gemüse stehen, die mit speziellen Lichtern angestrahlt werden, um uns so zum Kauf zu verführen? Gleich geht man langsamer in den Laden und unsere Sinne schalten sich ein. Da alles so frisch und appetitlich aussieht, und man ja gesund leben will, sind ein paar saftige Äpfel oder frische Trauben schnell in den Einkaufswagen gewandert.

Da wir darauf getrimmt sind Schnäppchen zu jagen, ist unser Gehirn ständig dabei Preise zu vergleichen und die attraktiven „Angebote der Woche“ einzukaufen, auch wenn wir sie gar nicht benötigen.Teuer ist qualitativ besser als billig. Das heißt aber nicht, dass wir nur teure Dinge kaufen. Das Unbewusste ist ständig auf Vorteile bedacht und sucht diese ganz automatisch. Deshalb sind Rabattsignale von so großer Bedeutung im Supermarkt. So navigiert uns unser Unterbewusstsein durch den Supermarkt mit dem Ergebnis, dass wir für 25 Euro statt für die geplanten 5 Euro eingekauft haben.

Achtet doch mal beim nächsten Einkauf auf diese tückischen Konsumfallen und zieht Selbsterkenntnisse über Eure unbewussten Verhaltensweisen im Supermarkt. Vielleicht gewinnen wir so die Kontrolle über uns und unser Geld zurück – und am Ende des Monats ist endlich mehr Geld übrig!

Buchtipp: Warm am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig ist
Die fünf ebsten Einkaufslisten-Apps
Warum wir kaufen, was wir kaufen
Studie: Unbewusste Entscheidungen im Gehirn

Foto: Liz henry/flickr/https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

By | 2015-11-13T10:26:51+00:00 28. Juli 2015|Categories: Blog|Tags: , , |

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