Hochsaison für Einbrecher

Während man selbst im Sommerurlaub weilt und Abstand von der Arbeit nimmt, ist eine andere Personengruppe besonders fleißig: Einbrecher. Sie nutzen die Abwesenheit der Urlauber, um sich ungestört Wertsachen aus deren Häusern zu holen. Viele Menschen machen es potenziellen Dieben dabei immer noch sehr leicht: Sie lassen für die Dauer des Urlaubs ihre Rollladen unten oder kümmern sich nicht darum, dass ihr Briefkasten während ihrer Abwesenheit überquillt. So können Einbrecher sehr schnell erkennen, dass die Bewohner abwesend sind.

In der Ferienzeit steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche

Die Statistik des Bundeskriminalamtes macht diese Nachlässigkeiten offensichtlich. Seit 2007 steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche stetig an: zuletzt von 132.595 Fällen im Jahr 2011 auf 144.117 im Jahr 2012. Das bedeutet einen Zuwachs von 8,7 Prozent. Dabei wird der finanzielle Schaden immer größer. Denn fast jeder hat heutzutage teure Elektrogeräte zu Hause: Plasma- oder LCD-Fernseher, Smartphone, PC, Laptop, Stereoanlage und dergleichen sorgen dafür, dass der entstandene Schaden immer höher ausfällt. 470 Millionen Euro haben Wohnungseinbrüche die Versicherer im letzten Jahr gekostet, das sind 50 Millionen Euro mehr als noch 2011.

The Burglar

Auch bei der Gothaer steigt in den Sommermonaten Juni, Juli und August die Schadenstatistik der Einbruchzahlen. Die Zahlen wurden als Anlass genommen, in einer repräsentativen Befragung 2.000 Bürger nach ihren Einschätzungen für das Risiko eines Einbruchs in den eigenen vier Wänden zu fragen und danach, wie sie ihr Hab und Gut beschützen.

Heraus kam, dass Frauen (34 Prozent) mehr Angst vor Einbrüchen haben als Männer (19 Prozent) und dass die Angst mit dem Alter zunimmt (18 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen im Vergleich zu 34 Prozent bei den Personen ab 60 Jahren). Insgesamt treffen 71 Prozent der Bevölkerung Vorkehrungen, wenn sie in den Urlaub fahren. Analog zur Zunahme der Angst vor Einbrüchen steigen auch hier die Maßnahmen zur Sicherung des Hauses bei längerer Abwesenheit im Alter – bei den über 50-Jährigen sind es 78 Prozent der Deutschen.

Die Nachbarn um Hilfe bitten

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Nachbarn, denen 58 Prozent der Befragten die Aufgabe übertragen, sich um das Haus zu kümmern, damit es den Anschein erweckt, als wären die Bewohner zu Hause.

Plant man eine längere Abwesenheit, bittet man am besten einen Nachbarn darum,

  • morgens und abends die Rollladen zu öffnen bzw. zu schließen,
  • die Fenster zwischendurch zu öffnen,
  • den Briefkasten zu leeren und
  • den Rasen zu mähen, wenn man länger als zwei Wochen weg ist.

Zusätzlich helfen Zeitschaltuhren, die zu bestimmten Uhrzeiten das Licht angehen lassen. Auch Bewegungsmelder schrecken Einbrecher häufig ab. Wer es ganz genau nimmt, der rüstet sein Haus mit intelligenter Haustechnik auf. Diese sorgt dafür, dass bei entsprechender Programmierung Licht, Fernsehen, Heizung, Rollläden oder auch die Waschmaschine in verschiedenen Räumen angehen und damit die Anwesenheit der Bewohner simulieren. Auch beim Posten von Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken sollte man vorsichtig sein, das kann von Dieben als regelrechte Einladung angesehen werden.


Informative Reportage des NDR über den „Albtraum Wohnungseinbruch“.

Tipps durch den Experten

Doch die eigene Anwesenheit vortäuschen, reicht nicht immer aus. Zusätzlich sollte man auch die Einstiegsmöglichkeiten und Schlösser des Hauses aufrüsten. Axel Heidemann, Experte für Einbruchdiebstahlschutz bei der Gothaer, gibt weitere Tipps, wie man sich gegen Einbrecher schützen kann:

  • Türen sollten nicht nur zugezogen, sondern unbedingt zweimal abgeschlossen werden. Besteht die Türe nur aus einem schwachen Türblatt, sollte man noch weitere Maßnahmen zur Verstärkung der Tür vornehmen.
  • Es reicht ebenfalls nicht, die Fenster nur zu schließen. Es gibt spezielle Sperrvorkehrungen, die die meisten Einbrecher abhalten, da sie zu viele Geräusche beim Aufbrechen verursachen.
  • Steighilfen wie Leitern, Gartenmöbel oder Mülltonnen sollte man aus dem Garten entfernen.
  • Den Schlüssel niemals draußen irgendwo verstecken, Einbrecher kennen die meisten Verstecke.
  • Wertgegenstände lagert man während des Urlaubs am besten in einem Bankschließfach.
  • Die ergänzende Installation einer Alarmanlage oder eines Einbruchmeldesystems sorgt dafür, dass die Polizei schnell informiert ist und den Einbrecher vielleicht noch schnappen kann.

2012 sind 40 Prozent der versuchten Einbrüche gescheitert. Durch die Zusammenarbeit von aufmerksamen Nachbarn und technischer Aufrüstung wie spezielle Sperrvorrichtungen oder Alarmanlagen können viele Einbrüche verhindert werden. Weitere Hinweise, wie Sie sich gegen Einbrecher schützen können, gibt die Initiative K-Einbruch, die von der Polizei und Kooperationspartnern aus der Wirtschaft ins Leben gerufen wurde.

[Bildquelle ganz oben: „Crackers“ von elhombredenegro unter „CC BY 2.0“-Lizenz] [Bildquelle im Text: „The Burglar“ von Eastlake Times unter „CC BY 2.0“-Lizenz] [/fusion_builder_column][/fusion_builder_row][/fusion_builder_container]
Von | 2016-10-17T12:01:50+00:00 9. Juli 2013|Kategorien: Gothaer|Tags: , , , , |

Ein Kommentar

  1. Christian 11. Juli 2013 um 10:55 Uhr- Antworten

    Eigentlich ein sehr schöner Blogartikel, mir greift aber die digitale Facette des Ganzen etwas zu kurz wenn nur geraten wird, dass man beim Posten von Urlaubsphotos vorsichtig sein sollte. Genauso sollte man darauf achten im Urlaub nicht unbedingt Location-Based-Service-Dienste wie Foursquare zu nutzen und sich ständig am Orten einzuchecken, an denen man normalerweise nicht ist. Und wenn man das dann mit Twitter teilt … keine gute Idee. Wer ganz zur Vorsicht neigt sollte noch nicht mal bei Facebook seinen intimsten Freunden Urlaubsbilder zukommen lassen, öffentlich ist auch hier Vorsicht geboten. Abgesehen mal von der Frage wie teuer die Roaming-Gebühren werden, zwar gibts jetzt den Europa-Tarif für die EU aber erstens sollte man sich vorher beim Telekom-Anbieter erkundigen ob der voreingestellt ist – und teilweise ist der auch unter abstrusen Namen versteckt, „Weltweit“ oder so – und zweitens ist selbst der nicht gerade billig. Alternative wären WLANs vor Ort, aber auch da weiß man ja wer bei den Daten mitlauscht. Daher: Besser Foursquare und Co. auslassen, keine öffentlichen Bilder bei Facebook posten, nicht per Twitter sagen wo man gerade ist – dann ist man digital auf der sicheren Seite.

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