So verhindern Löschwasserrückhalteanlagen Umweltkatastrophen

Ihr fragt euch jetzt sicher, was ist eine Löschwasserrückhalteanlage? Ganz einfach: bei einem Industriebrand stellt verseuchtes Löschwasser mitunter die größte Gefahr für Mensch und Natur dar. Denn das Löschwasser, das bei einem Brand nicht verdampft ist, kann in die Umwelt gelangen und dort riesige Schäden anrichten. Um das zu verhindern, bauen spezialisierte Unternehmen ausgeklügelte Löschwasserrückhalteanlagen.

 Warum gibt es Löschwasserrückhalteanlagen?

Löschwasserrückhalteanlagen wurden entwickelt, um Umweltkatastrophen zu verhindern. Basis aller Anlagen stellt dabei die sogenannte Löschwasserrückhalterichtlinie dar, kurz LöRüRL. Ihre Etablierung geht zurück auf eine Reihe tragischer Unfälle. Zu den schwerwiegendsten gehört der Umweltunfall im November 1986. Damals brannte in der Nähe von Basel eine Lagerhalle des Chemieunternehmens Sandoz.

Dabei gelangte hoch giftiges, rot gefärbtes Löschwasser in den nahegelegenen Rhein. Die Folge war das bis dato größte Fischsterben im Fluss. Wie sich erst später herausstellte, gelangten während der Löscharbeiten mehr als 20 Tonnen giftiges Pflanzenschutz-Gemisch ungehindert in den Rhein. Auf mehr als 400 Kilometern rheinabwärts starb nahezu der gesamte Aalbestand. Darüber hinaus  musste in Teilen Deutschlands und den Niederlanden die Trinkwasserversorgung vollständig eingestellt werden, da viele Anlagen das Trinkwasser aus dem Uferfiltrat des Rheins gewannen.

Wie funktioniert eine Löschwasserrückhalteanlage?

Löschwasserrückhalteanlagen bestehen aus offenen oder geschlossenen Becken oder auch vergleichbare Räume, die kontaminiertes Löschwasser aufnehmen können, das später professionell entsorgt werden kann. Dabei können Löschwasserrückhalteanlagen in stationäre und nicht mobile Systeme untergliedert werden. Zusätzlich werden die stationären Systeme in automatische und nicht automatische Anlage unterteilt.

Bei den automatischen Anlagen wird das Löschwasser im Brandfall automatisch durch Pumpen in Rückhaltebecken befördert. Es gibt auch Anlagen, die automatisch durch Rauch oder Wärme ausgelöst werden und dann automatisch in die Absperrposition fahren. Nicht automatische Anlagen werden hingegen per Hand ausgelöst.

 

 

Benötigt jedes Unternehmen eine Löschwasserrückhalteanlage?

Nein – nicht alle Unternehmen benötigen eine solche Anlage. Allerdings sind alle Unternehmen, die wassergefährdende Stoffe ab einer bestimmten Menge lagern, dazu verpflichtet, ein Löschwasserrückhaltesystem zu installieren:

  • Wassergefährdungsklasse 1 (z.B. Essigsäure) ab 100 t je Lager
  • Wassergefährdungsklasse 2 (z. B. Heizöl) ab 10 t je Lager
  • Wassergefährdungsklasse 3 (z.B. Benzol) ab 1 t je Lager

 Welche Anforderungen müssen Löschwasserrückhalteanlagen erfüllen?

Löschwasserrückhalteanlagen müssen der Löschwasserrückhalterichtlinie entsprechen, die durch die oberste Bauaufsichtsbehörde und die oberste Wasserbehörde als technische Baubestimmung eingeführt wurde. Demnach müssen die Anlagen bestimmte Vorgaben erfüllen, wie beispielsweise Mindestgrößen bei den Auffangräumen. Zudem muss ein Löschwasser-Rückhaltekonzept als Einsatzplan in der betriebliche Gefahrenabwehr integriert sein, damit im Ernstfall ein reibungsloser Ablauf von statten geht.

Dieser Artikel entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit www.thomas.biz, dem Anbieter für Löschwasserrückhalteanlagen.

Titelfoto: pixabay/lizenzfrei

 

Von | 2016-10-17T12:01:33+00:00 11. Juli 2016|Kategorien: Allgemein, Gastbeitrag|Tags: , |

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