Ein Maibaum muss her

Vor allem junge Männer sieht man in diesen Tagen wieder mit jungen geschlagenen Birken durch die Straßen laufen. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben Sie einen Maibaum besorgt, den Sie Ihrer Angebeteten irgendwie an die Wohnung stellen. Besonders im Rheinland wird dieses Brauchtum gerne ausgelebt. Der Ursprung dieses Brauchtums ist umstritten, zwischen dem 13, und 17. Jahrhundert lassen sich verschiedene Ereignisse in den Geschichtsbüchern finden. Gerne wird auch ein aufgestellter Maibaum gestohlen oder bei besonders begehrten jungen Frauen stehen gleich mehrere Maibäume am Haus.

In dörflichen Gegenden ist es üblich, einen großen Maibaum zentral aufzustellen. Das wird oft in einem großen Fest organisiert, der Maibaum hat dann auch die entsprechende Statur. Ist der Maibaum am Vorabend des 1. Mai aufgestellt, geht man gleich zum berühmten Tanz in den Mai.

Woher nehmen wenn nicht stehlen?
Maibäume werden inzwischen von den Forstämtern verkauft ähnlich wie Weihnachtsbäume. Für 15 bis 20 Euro kann man sich einen passenden Baum besorgen. Man kann sich auch beim zuständigen Forstamt eine Genehmigung zum Baumfällen besorgen. Entschließt man sich spontan, die gerade neu angehimmelte Liebste mit einem Maibaum zu  beglücken, ist die Not schon mal so groß, dass man schnell in den Wald fährt und selber eine junge Birke schlägt. Das sollte man jedoch lieber lassen, wenn man erwischt wird, kann das teuer werden. In Bonn wurde ein junger Mann zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt, als er von der Polizei beim Aufladen eines geklauten Maibaums erwischt wurde.

Gesetze, Versicherungen und mehr
Wird ein dicker Maibaum gefällt, müssen Motorsäge und Seilwinde her. Diese dürfen allerdings nur von Personen bedient werden, die in die Handhabung dieser Geräte eingewiesen sind. Grundsätzlich müssen die Sicherheitsbestimmungen in der Unfallverhütungsvorschrift der gesetzlichen Unfallversicherung beachtet werden. Wenn das Aufstellen und Abbauen eines Maibaums im Auftrag der Gemeinde geschieht, stehen die dabei beteiligten Personen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, ansonsten müssen sie selber für eventuelle Schäden bei Unfällen aufkommen.

Beim Transport muss darauf geachtet werden, die Vorschriften der Straßenverkehrs-Ordnung über die Ladung einzuhalten. Während des Transportes müssen die Bäume so gesichert sein, dass sie nicht verrutschen oder sogar vom Auto oder Transporter fallen können. Beleuchtungen des Fahrzeuges dürfen nicht verdeckt werden. Ragt die Ladung mehr als einen Meter über die Rückstrahler des Fahrzeuges nach hinten hinaus, ist sie durch eine Fahne oder Leuchte mit rotem Licht kenntlich zu machen. Der Maibaum darf nicht nach vorne über das Fahrzeug hinausragen. Ab einer Baumhöhe von 2,50 Meter darf  er das Fahrzeug um 50 Zentimeter nach vorne hin überragen.

Beim Fällen der Bäume ist im Bundesnaturschutzgesetz festgelegt, dass Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht abgeschnitten werden dürfen, ausgenommen sind Bäume aus dem eigenen Garten.

Links
Was beim Maibaum zu beachten ist
Bayern entschärft die Regeln beim Maibaum-Stehlen
WDR Zeitzeichen: Alles zum Maibaum
Versicherungsschutz rund um den Maibaum
Maibaumkauf in Köln

By | 2016-04-26T12:38:11+00:00 26. April 2016|Categories: Allgemein|

3 Kommentare

  1. peter 26. April 2016 um 16:25 Uhr- Antworten

    oh gott in Deutschland ist jeder spaß versichert und verbürokratisiert.

  2. Dr. Klemens Surmann
    Dr. Klemens Surmann 27. April 2016 um 8:57 Uhr- Antworten

    Hallo Peter, die Versicherung wird den Spaß ja nicht trüben – im Gegenteil, besonders,w enn es doch mal schiegfgeht. Und die Bürokratisierung, das wird schon oft übertrieben. Dass aber verhindert wird, dass jeder überall Bäume schlagen kann, wie er lustig ist, kann man akzeptieren – oder?

  3. Conny 27. April 2016 um 11:33 Uhr- Antworten

    Ja das mit den Bäumen stimmt schon. Muss das eigentlich sein, für so einen Blödsinn frische Bäume zu killen? In dieser Woche war Tag des Baumes, passt irgendwie. Eure Conny

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