Pokemón Go – Augmented Reality für jedermann?

Gestern hat Katharina erklärt, warum ihr Pokémon Go auf die Nerven geht, heute bricht Ellen eine Lanze für das Smartphone-Spiel:

Zum Zocken an die frische Luft

Nintendo hat gezeigt, was in der Welt der „Augmented Reality“ möglich ist und das mit einer simplen Verknüpfung zweier Smartphone-Funktionen: per GPS und der Kamera. Damit legt Nintendo einen Grundstein für künftige Augmented Reality-Projekte. Zum ersten Mal ist ein AR-Produkt massentauglich anwendbar. Die Erfahrungen mit der App könnten in Zukunft auch für andere Bereiche interessant werden, wie beispielsweise für die Tourismus-Branche mit interaktiven Stadtführern.

Aber Pokémon Go ist nicht nur technisch ein Vorreiter, sondern schließt sich indirekt auch an den aktuellen Bewegungstracker-Trend an. Während die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, täglich 10.000 Schritte, also circa acht Kilometer zu laufen, gehen bei Pokémon Go – und das ist in diesem Fall tatsächlich wörtlich zu verstehen – die Pokémon-Fans ihrer Lieblingsbeschäftigung nach und schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe. Es macht nicht nur Spaß, sondern sie sind während ihrer Suche nach den kleinen Monstern ständig in Bewegung. Und auch Mutti und Vati sollten sich freuen, schließlich wird das von ihnen geforderte „Geh doch mal an die frische Luft!“ endlich in die Tat umgesetzt. Auch wenn die Spieler dabei noch immer auf einen Bildschirm starren, ist es in jedem Fall besser als das stundenlange Sitzen vor der Konsole oder dem PC. Man kann es also nicht anders sagen: Nintendo hat es geschafft, die Kids nach draußen zu holen.

Ein weiteres Plus der App ist die soziale Interaktion, die das Spiel fördert. Nintendo hat bewusst auf eine Spielanleitung verzichtet. Erst durch den Austausch mit anderen Spielern (zum Beispiel in diesem Forum) erfährt man, wo die seltenen Pokémon zu finden sind, was es mit dem Rauch auf sich hat und wie eine Arena erobert werden kann. Laut einer Bitkom-Umfrage stimmt die Hälfte aller Spieler der Aussage zu, dass das Spiel seine Nutzer zusammenbringe und sie dazu anrege, ihre Umgebung besser kennen zu lernen. Häufig sind es nämlich Sehenswürdigkeiten und interessante Plätze, an denen neue Pokébälle gesammelt werden können. Die Spieler lernen so ihre Umgebung oder die Stadt besser kennen. Übrigens gibt es bei der Hauptverwaltung der Gothaer in Köln einen Pokéstopp: An der Büste unseres Unternehmensgründers, Ernst Wilhelm Arnoldi, wird man des öfteren fündig…

PokemonGo_2

 

Und noch eine Sache, die vor allem den älteren Spielern wichtig ist: Vor 20 Jahren erschien das erste Pokémon-Spiel, gefolgt von einer Anime-Serie, einem Kartensammelspiel und inzwischen 18 Kinofilmen. Alle, die damals im Schulkindalter auf dem Pausenhof Karten getauscht und wie wild auf den Knöpfen des Nintendos herumgedrückt haben, sind inzwischen erwachsen geworden. Dass heute also auch die Ü30-Generation vom Pokémon Go-Fieber befallen ist, daran sind die Kindheitserinnerungen mit schuld. Durch die Nostalgie der Nutzer kann somit ein weiterer Erfolg für die kleinen Monster verbucht werden.

Klar, die Gefahren, die das Spiel mit sich bringt, dürfen natürlich nicht ignoriert werden: Unachtsamkeit im Straßenverkehr und die Gefährdung anderer sind kein Pappenstiel, vor allem nicht, wenn sich jemand verletzt oder sogar Straftaten wie Hausfriedensbruch begangen werden. Doch das ständige Genörgel und Kopfschütteln der Kulturpessimisten wird an dem Trend nichts ändern. Wir leben in einer Zeit der digitalen Erneuerungen, ob wir nun wollen oder nicht. Pokémon Go ist wahrscheinlich erst der Anfang, die nächsten Augmented Reality-Hypes kommen bestimmt.

Übrigens: Vor kurzem habe ich eine Frau dabei beobachtet, wie sie während des Gassigehens ein Buch las. Das Buch war offenbar so spannend, dass die Dame gegen einen Laternenmasten rannte, trotz aller Warnrufe der Passanten. Es sind also nicht nur die Smartphone-User, die unaufmerksam sind.

Was fällt euch dazu ein? Spielt ihr selbst oder lasst ihr den Hype entspannt an euch vorbeiziehen?

2 Kommentare

  1. Sabrina Görlach 9. August 2016 um 21:17 Uhr- Antworten

    Das spielt scheint schon spaßig zu sein. Leider geht es auf meinem Handy nicht ;-(

  2. Birgit 11. August 2016 um 11:09 Uhr- Antworten

    Ich finde das Spiel super spannend und erinnert mich an meine Kindheit :) Und es macht Spaß an der frischen Luft zu sein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar