Social Media in Unternehmen: Man muss auch „Nein“ sagen können!

Die Gothaer-Versicherung ist inzwischen seit vier Jahren im Social Web unterwegs. Die Erfahrungen, die wir machen, sind großartig. Wir haben viele interessante Dialoge geführt, konnten uns auf Augenhöhe mit vielen Kunden austauschen und haben dabei viel gelernt. Ein dickes Dankeschön dafür an unsere Nutzerinnen und Nutzer!

Eine der wichtigsten Erkenntnisse beim Umgang mit Social Media für uns in der Unternehmenskommunikation ist: Man muss auch Nein sagen können – unser Beitrag zur Blogparade von Dr. Klein und CreditPlus.

Viele Plattformen und Angebote

Social Media hat eine starke Eigendynamik. Beginnt man auf einer Plattform den Dialog, dann hört man schon bald von weiteren Plattformen und Angeboten, die ebenfalls „wichtig“ seien, wo man angeblich auch vertreten sein „muss“. Diese Hinweise haben uns zunächst regelmäßig in Unruhe versetzt und wir haben jedes Mal wieder begonnen, über eine Erweiterung unserer Aktivitäten nachzudenken oder Ressourcen neu zu planen.

Gelassenheit an den Tag legen

Inzwischen reagieren wir deutlich gelassener: Wir haben ein paar Leitlinien entwickelt, die für uns eine gute Grundlage für die tägliche Arbeit darstellen. Eigentlich ist es ganz einfach:

  1. Die klassische Kommunikation darf nicht auf Kosten der neuen Medien vernachlässigt werden. Es gibt noch immer eine Menge Kunden, die beispielsweise unsere Zeitschrift in gewohnter Qualität ins Haus bekommen möchten.
  2. Wir machen das, was bei unserer Teamgröße möglich ist. Mehr geht einfach nicht.
  3. Wir gehen da hin, wo die Kunden sind. Nicht da hin, wo die Experten uns haben wollen.
  4. Jede Plattform benötigt Zeit und liebevolle Pflege. Jedes neue Angebot verlangt neue Aufmerksamkeit. Wenn wir die nicht geben können, bleiben wir lieber fern.
  5. Weniger ist mehr: Gerade als Versicherung sind wir nicht in der Not, jeden Hype mitmachen zu müssen. Lieber pflegen und optimieren, was sich bewährt hat, anstatt immer wieder zu experimentieren.

Diese Regeln klingen zugegebenermaßen recht einfach. Es ist dennoch wichtig, sie zu haben und sich daran zu halten. Das Internet ist riesengroß und bunt. Vieles ist verlockend und immer wieder stößt man auf neue, interessante Möglichkeiten. Uns hilft es enorm, sich gegenseitig immer mal wieder auf die Grenzen unserer Möglichkeiten hinzuweisen.

Nein zu sagen, ist eben oftmals gar nicht so einfach.

[Bildquelle oben: „social crm“ von Sean MacEntee unter „CC BY 2.0“-Lizenz]
By | 2016-10-17T12:01:46+00:00 12. Dezember 2013|Categories: Blog, Gothaer|Tags: , , , |

10 Kommentare

  1. Tina 12. Dezember 2013 um 17:59 Uhr- Antworten

    Ein toller Ansatz, bei diesem ganzen gehype um Social Media. Danke für diesen Artikel. Tina

  2. Lukas 12. Dezember 2013 um 18:28 Uhr- Antworten

    Nie war es einfacher für Unternehmen von seinen Kunden aus erster Hand zu erfahren, wie man sie noch besser bescheißen kann.

  3. Thomas 12. Dezember 2013 um 18:29 Uhr- Antworten

    Wahre Worte! Hoffentlich nehmen sich da andere ein Beispiel dran.

  4. Kordula 13. Dezember 2013 um 8:10 Uhr- Antworten

    Eine interessante und realistische Sicht der Dinge. Das ganze Sicial Web halte ich für völlig überschätzt. Da treffen Freaks auf Freaks, aber der Rest bekommts garnicht mit.

  5. Frank 13. Dezember 2013 um 12:18 Uhr- Antworten

    Ein guter Artikel, der die Hoffnung in mir weckt das es auch noch UNternehmen gibt die doch über den Tellerrand hinausschauen. Frank

  6. Petra 13. Dezember 2013 um 15:38 Uhr- Antworten

    Man muss auch einfach mal „Danke“ sagen können. Für diesen Artikel. P.

  7. Claudia 15. Dezember 2013 um 13:04 Uhr- Antworten

    Danke, Klemens Surmann, für Ihren interessanten Beitrag! Das klingt nach einem wichtigen Learning, denn die Abgrenzung zwischen beiden Polen ist nicht immer einfach. Die Gefahr ist dann sich zu verzetteln und die Qualität leidet. Deshalb sind Regeln gut.

    Danke auch für Ihre Teilnahme an unserer Studie „Social Media in der Versicherungswirtschaft.“ Beste Grüße von Claudia Hilker

  8. Caroline 16. Dezember 2013 um 16:23 Uhr- Antworten

    Hallo Herr Surmann,

    vielen Dank für Ihren Beitrag zu unserer Blogparade und Ihren realistischen Blick auf das Thema.

    Beste Grüße

    Caroline Scherr

  9. Robert 6. Januar 2014 um 22:36 Uhr- Antworten

    Sehr selbstbewusste Haltung, das Lob ich mir! Neinsagen ist wirklich nicht (immer) einfach, vor allem nicht, wenn es ums Thema Social Media geht. Doch die Konkurrenz schläft nicht und man kann nicht immer abwarten und sehen, was passiert. Aber da zu sein, wo die Kunden sind ist nie falsch. Nur muss man auch an potenzielle Neukunden denken ;-)

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