Was ist eine Suppenküche oder ein kleiner Anstoß zum Nachdenken

Wir wollen unser Blogjahr einmal etwas anders als gewohnt starten. Nachdem wir alle die weihnachtliche Materialschlacht hinter uns gebracht haben, ist eigentlich mal Zeit zum Nachdenken. Ein Anlass dazu war ein Spaziergang durch die Kölner Innenstadt an einem Freitagnachmittag. Direkt gegenüber dem Kölner Dom bildete sich eine auffällige Menschenschlange. Hier scheint es etwas Spannendes zu geben. Wirklich? Wer näher hinschaut, ist dann erst einmal sprachlos.

Genauer gesagt – diese Schlange bildet sich alle 14 Tage. Egal bei welchem Wetter, ob Sturm Regen Schnee oder Sonne. Man sieht ein Pappschild „Kölner Suppenküche“. Jutta Schulte teilt hier mit ihren bis zu 20 Helferinnen und Helfern Lebensmittel und Kleidung an bedürftige Menschen aus. Seit 17 Jahren gibt es diese sogenannte Suppenküche am Dom. Die Schlangen an der Ausgabe lassen erahnen, wieviel Armut und Bedürftigkeit es in dieser Stadt (und auch in anderen Städten) gibt. „Irgendetwas muss man doch machen“ – das ist der spontane Gedanke, der einem dann durch den Kopf geht. Aber macht man wirklich was?

Jutta Schulte war es genauso ergangen. Bei einem Spaziergang über die Domplatte wurde sie mit dem Elend einiger Menschen konfrontiert und beschloss, konkret etwas zu tun. Sie kochte in ihrem Restaurant heiße Suppe und verteilte diese an die Obdachlosen auf der Domplatte in Köln. Das Angebot kam an, seitdem steht sie jeden zweiten Freitag mit ihrer Truppe auf der Domplatte und verteilt Lebensmittel und Kleidung. Jeden Freitag stehen fast 150 Menschen hier, um sich Nahrung oder Kleidung abzuholen. Die Suppe kommt mittlerweile von einem Brauhaus in der Kölner Altstadt, der Rest wird von vielen Unterstützern zugeliefert. Waren es früher in der Regel Obdachlose, die sich hier Unterstützung holten, trifft man heute immer mehr Menschen, die von Altersarmut betroffen sind.

Solche Suppenküchen gibt es mittlerweile in vielen Städten. Den Kopf schütteln kann man dabei nur über Leute, die eine solche Arbeit noch mit Schmähparolen versehen. So gab es am Wohnhaus von Jutta Schulte mehrfach ein Grafitti „Jutta Schulte Pennerfütterin“, auch die Gaststätte des Suppenlieferanten wurde mehrfach mit ähnlichen Parolen beschmiert.

Was kann man tun? Ganz einfach: Was man sonst an Klamotten entsorgt, an Lebensmitteln wegwirft oder übrig hat, kann man spenden. Ob Johanniter, Caritas, Bahnhofsmission – Adressen finden sich genug im Internet. Ansonsten nehmt diesen Beitrag als Anregung zum Nachdenken mit ins neue Jahr. In diesem Sinne ein gutes neues Jahr!

Links zum Thema:
Video Suppenküche
Tafeln in Deutschland
Kölner Tafel
Juttas Suppenküche

By | 2016-10-17T12:01:39+00:00 5. Januar 2015|Categories: Blog|

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