Schenken ja – aber bitte keine Tiere

Es ist mal wieder soweit, der letzte Monat des Jahres ist angebrochen. Spätestens jetzt ist das Weihnachtsfest bedrohlich nah und die alljährliche Frage muss beantwortet werden: Was schenke ich nur meinen Lieben? Man will ja nicht schon wieder den Kaschmir – Schal oder die weihnachtliche  Teetasse verschenken, etwas Besonderes muss her. Ein Tier vielleicht als besonders emotionales Geschenk? Lieber nicht – denn diese Freude währt nur kurz. Tiere sind Lebewesen mit Bedürfnissen, Gefühlen und allem, was dazu gehört. Tiere brauchen einen Lebensraum, der artgerecht ist, Tiere brauchen Beschäftigung und Zuwendung – und das nicht nur für ein paar Tage. Genau da beginnt das Problem.

Tiere sind ein Geschenk fürs Leben

Oft wünschen sich Kinder Tiere unter dem Weihnachtsbaum. Katzen, Hunde, Hamster oder Meerschweinchen, Hauptsache was zum knuddeln. Oft müssen auch Schildkröten oder Vögel dran glauben, die dann den Rest ihres Lebens in einem kleinen Käfig verbringen müssen. Ist die Freude am Weihnachtsabend noch groß, geht der Stress schnell los, wenn etwa die süße Katze ihre Notdurft auf dem neuen Wohnzimmerteppich erledigt hat oder der irritierte Hund die schöne Holztür zur Küche zerkratzt.  Und überhaupt – die neuen Mitbewohner wollen Fressen, wollen Zeit – und dann leben sie auch noch so lange – quasi ein Geschenk fürs Leben. Will man das wirklich?

Die Kids verlieren schnell das Interesse, wenn das Tier nicht so will wie erwünscht. Die Eltern haben keine Zeit, sich ums Tier zu kümmern. Also – ab ins Tierheim.  Dort schüttelt man immer wieder den Kopf, wenn nach Weihnachten der Ansturm losgeht oder gar die Tiere in Taschen oder Körben anonym vor dem Tor abgestellt werden.  Viele Tierheime beugen vor und vermitteln um die Weihnachtszeit keine Tiere mehr.

Checkliste – bin ich reif für ein Haustier?

Wer sich trotzdem ein Tier anschaffen möchte, sollte vorher gut überlegen, ob er dieser Verantwortung wirklich gerecht werden kann. Auf tierklinik.de haben wir eine Checkliste gefunden, die man gewissenhaft und ehrlich durchgehen sollte, bevor man die Entscheidung fällt.

  1. Will die Familie überhaupt ein Haustier?
  2. Erlaubt der Vermieter die Haltung von Tieren, wenn ja, welche. Im Mietvertrag nachsehen.
  3. Bestehen in der Familie Allergien gegen Heu, Tierhaare etc.?
  4. Bietet der eigene Tagesablauf ausreichend Zeit, um das Tier optimal zu versorgen?
  5. Bietet die Wohnung oder das Haus ausreichend Platz für die artgerechte Haltung des Tieres?
  6. Passt die durchschnittliche Lebenserwartung des Tieres in die Familie?
  7. Sind die Grundkosten für Versicherung, Steuer, Futter und Pflege durch das Haushaltsbudget abgedeckt?
  8. Ist noch ausreichend finanzieller Freiraum vorhanden, um Standardtierarztkosten, wie auch unvorhergesehene Kosten durch Krankheit , Unfälle oder Operationen, abgedeckt?
  9. Kann das Tier während des Urlaubes oder eigener Krankheit versorgt werden?
  10. Passt der Lebenswandel des Haustieres zum Leben des Tierhalters? Nachtaktive Tiere zu nachtaktiven Menschen. Oder z. B. bei Frettchenhaltung, es dürfen die Duftdrüsen nicht entfernt werden, so dass die Haltung ohne Geruchsbelästigung möglich sein muss.
  11. Denken Sie an mögliche Schäden, die durch das Tier verursacht werden könnten. Katzen können an Möbeln und Tapeten kratzen, junge Hunde können möglicherweise ihr Geschäft versehentlich in der Wohnung verrichten oder Nager, die aus dem Käfig entkommen können, Möbel und Kabel anknabbern.
  12. Tiere gehören nicht in Kinderhände! Die Anschaffung eines Tieres ist Familiensache. Eltern dürfen nicht die Verantwortung einfach auf die Kinder abschieben.

Foto: pixabay/lizenzfrei

Von | 2016-12-06T07:22:50+00:00 6. Dezember 2016|Kategorien: Allgemein|

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