„Wenn das Hochwasser erst mal da ist, kann man leider nichts mehr machen“

Meine Aufgabe bei der Gothaer ist es, die Risiken von Firmen zu bewerten und sie zu beraten, wie sie sich zum Beispiel vor dem Risiko Unwetter sprich Hochwasser schützen können.

Durch Zufall war ich schon am Wochenende im Hochwassergebiet im sächsischen Grimma. Ich hatte dort nämlich schon lange geplante Termine mit zwei Kunden, bei denen ich eigentlich die Hochwasser-Gefährdung bewerten und Schutzmaßnahmen besprechen wollte. Auch lange geplant war die Besichtigung einer Firma einige Kilometer weiter in Nossen.

Aber es kam dann alles ganz anders. Am Sonntag hatte sich die Situation in Grimma dramatisch zugespitzt. Das Wasser stieg so hoch, dass die gesamte Innenstadt evakuiert werden musste. Auch die beiden Firmen, die ich vor Ort beraten wollte, standen komplett unter Wasser: Dort wird sich erst nach dem Hochwasser zeigen, ob die Alarmpläne geholfen haben und wichtige Maschinen und Materialvorräte noch in Sicherheit gebracht werden konnten. Denn wenn das Hochwasser erst mal da ist, kann man leider nichts mehr machen.

Besser war die Lage bei meinem nächsten Termin bei einem großen Reifenhändler und Vulkanisierbetrieb im 50 km entfernten Nossen. Diese Firma war super vorbereitet und hatte nach dem letzten Hochwasser 2002 umfassend vorgebeugt. Sie hatten zum Beispiel Schotten eingebaut und die gesamte Stromversorgung und EDV in den 1. Stock verlegt und nur unempfindliche Sachen im Erdgeschoss gelagert. So sind die Computer-Server und damit wichtige Kunden- und Geschäftsdaten vom Wasser nicht beschädigt worden. Gestern war dort das Wasser schon wieder auf dem Rückzug und nachdem der Schlamm vom Firmengelände beseitigt worden war, konnte der Geschäftsbetrieb gleich wieder aufgenommen werden. Das sind dann für mich und meine Arbeit echte Highlights, wenn man sieht, dass solche Schutzmaßnahmen so gut wirken.

Was bei den Firmen in Grimma tatsächlich kaputt gegangen ist und wie hoch der Schaden insgesamt ist, lässt sich erst sagen, wenn das Wasser auch dort wieder abgeflossen ist. Aber schon heute ist klar, dass das Hochwasser dort eines ist, wie es nur alle 150 Jahre vorkommt. Alle Kollegen, die bei uns für die Schadenregulierung zuständig sind, sind schon vor Ort und organisieren Hilfe und Unterstützung für alle betroffenen Familien und Firmen. Diese Schicksale gehen einem echt nah, und es ist schön, wenn man dann schnell und unbürokratisch helfen kann.

Ein Kommentar

  1. […] steht, haben die Menschen wirklich erlebt. So hat uns zum Beispiel der Hochwasserschutzbeauftragte Volker Hericks alles erzählt, was er im Hochwassergebiet erlebt hat – und wir haben es […]

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