Wenn der Nachbar mehr als einen Vogel hat

Streit mit dem Nachbarn ist nie schön, denn gerade in den eigenen vier Wänden will man Harmonie und Ruhe. Leider passieren oft aber genau dort kleinere oder größere Vorkommnisse, die diese schöne Harmonie dauerhaft kaputt machen.

Hier ein wahres Beispiel: Ein angrenzender Nachbar in enger Bebauung baut auf seiner Terrasse eine ausladende Vogelvoliere auf, die mehrere große Sittiche beheimatet. So weit, so gut. Doch der Ärger ist vorprogrammiert. Bei schönem Wetter genießen die Vögel den Sonnenaufgang, was sie durch lautes Pfeifen und Schreien zeigen – und das oft schon ab fünf Uhr morgens und den ganzen Tag hindurch.

Schön, wenn man dann einen Nachbarn hat, der im Gespräch Einsicht zeigt und für Abhilfe sorgt. Was aber, wenn das nicht geschieht? Auch nicht nach schriftlicher Bitte.

Wenn man erst das Ordnungsamt wegen nächtlicher Ruhestörung einschalten muss und gemeinsam mit weiteren Nachbarn mit einer Klage droht, ist die Nachbarschaft in den meisten Fällen nie wieder so unbeschwert, wie am Tage des Einzugs. Und auf ein Kölsch am Zaun wird man sich auch nie wieder treffen.

Im beschriebenen Fall hat der Nachbar nach diesen Schritten bauliche Maßnahmen an der Voliere vorgenommen und die Lärmbelästigung wurde erträglich. Das Ende vom Lied ist aber, dass man sich nichts mehr zu sagen hat.

Das zeigen auch die Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Nahezu jeder Dritte (32,1 Prozent) sagt: „Ja, ich hatte schon Streit mit meinem Nachbarn.“ Weit vorne liegen dabei die Hamburger: Dort klagt jeder Zweite (50,2 Prozent) über Nachbarschaftsstreit. Das Bundesland Baden-Württemberg liegt mit 42,9 Prozent Streit-Erfahrung auf dem zweiten Platz. Und: So wenig Ärger mit Nachbarn wie in Berlin gibt es sonst nirgendwo – die Hauptstadt rangiert mit 13,9 Prozent weit unter dem Bundesdurchschnitt.

Warum die Fetzen fliegen: Top 10 der Streitigkeiten

1Lärmbelästigung

63,6

%
2Nachbarpflichten werden nicht eingehalten (zum Beispiel
Treppenhaus putzen, Rasen mähen)

44,7

%
3Haustiere stören (zum Beispiel Gerüche, Schmutz, Lärm)

41,0

%
4Ärger über Auto (zum Beispiel falscher Parkplatz)

39,2

%
5Unfreundlichkeit (zum Beispiel Nachbar grüßt nicht)

33,0

%
6Treppenhaus zugestellt (zum Beispiel mit Kinderwagen)

32,1

%
7Gemeinschaftsräume verdreckt/zugestellt (zum Beispiel mit Hausrat)

27,5

%

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Zur Pressemitteilung

[Bild: Corbis Images ]
By | 2016-10-17T12:01:41+00:00 7. August 2014|Categories: Allgemein|Tags: |

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