„Wir helfen sofort“ – Ein Schadenregulierer in den Flutgebieten

Ein 15-Stunden-Tag geht zu Ende. Heute war Hans-Günther Leufen, Schadenregulierer bei der Gothaer, in Pirna, einer Stadt in der sächsischen Schweiz, unterwegs. Eigentlich eine malerische Gegend, aber jetzt steht alles unter Wasser. Er müsste überall gleichzeitig sein. Soforthilfe ist gefragt, um Existenzen zu retten. Zehn Schäden pro Tag werden reguliert, „das entspricht dem, was wir sonst in mehr als einer Woche machen.“ Hans-Günther Leufen bescheinigt den Menschen eine „wirklich gute Vorbereitung“ auf das Hochwasser. „Die haben alles nach oben getragen, was ging, teilweise sogar Heizkörper abmontiert.“ Trotzdem zieht das Wasser in die Gebäude und richtet enorme Feuchtigkeitsschäden an. „Es gibt bei Hochwasser keine kleinen Schäden, das Meiste liegt zwischen 20- und 50 Tsd Euro.“ Bei größeren Objekten geht es aber auch schon mal um Millionenschäden. Doch nicht nur finanzielle Hilfe ist gefragt. Da viele gar nicht wissen, wie mit den Schäden umzugehen ist, ist Hans-Günther Leufen mit einem Bausachverständigen und einem Sanierer unterwegs. Die stellen den Schaden an Ort und Stelle fest, danach kann es sofort mit der Sanierung losgehen. „Meist muss komplett entkernt, getrocknet und dann alles wieder aufgebaut werden“, weiß Hans-Günther Leufen. Zwei bis drei Monate Bauzeit sind einzukalkulieren, da muss es so schnell wie möglich losgehen. Wenn nötig, gibt es auch eine Vorauszahlung, „alles wird vor Ort und sofort geregelt.“

Für Hans-Günther Leufen zeichnet sich ein ähnliches Bild wie 2002. Auch wenn das Hochwasser stellenweise nicht ganz so stark war, „es ist egal, ob 60 oder 80cm Wasser im Haus stehen, die Feuchte ist da.“ In diesem Jahr gab es eine längere Vorwarnzeit, deshalb konnten sich die Menschen besser darauf einstellen. Trotzdem sind die Schäden enorm und Hans-Günther Leufen ist darauf vorbereitet. „Wir haben oft ganze Straßenzüge versichert und laufen von Haus zu Haus.“ Was ihn besonders beeindruckt, ist die Ehrlichkeit und die Dankbarkeit der Menschen. „Da wird nicht getrickst, die Schadenaufstellungen sind absolut authentisch.“

Jetzt geht es weiter zu einem Friseurbetrieb, auch hier steht alles unter Wasser. Das Auto hilft auch nur bedingt, das aktuelle Ziel ist nicht zu erreichen: „Du musst hier drehen, da vorne geht’s nicht weiter.“ Steht das Wasser zu hoch, werden halt die Gummistiefel ausgepackt. Der Friseurmeister ist froh, als er die Drei sieht. Auch hier wird der Schaden schnell festgestellt, die ersten Maßnahmen bestimmt und eine Vorauszahlung von 8000 Euro geleistet. „Damit kann der Grundbetrieb bald wieder aufgenommen werden“, weiß Hans-Günther Leufen. Zusätzliches Geld gibt es übrigens auch noch vom Staat: 1500 Euro Sofortgeld für Gewerbetreibende, 400 Euro für Privatpersonen. Hans-Günther Leufen verabschiedet sich und macht sich auf den Weg zum nächsten Kunden, der auch schon sehnsüchtig wartet.

[Quelle des verwendeten Bildes: Hochwasser in Sorg von brainseller unter „CC BY 2.0“-Lizenz]
By | 2016-10-17T12:01:51+00:00 12. Juni 2013|Categories: Blog, Gothaer, Unterwegs|

2 Kommentare

  1. Karl 18. Juni 2013 um 6:05 Uhr- Antworten

    Liebes Social Media Team der Gothaer,

    Ich muss das jetzt mal loswerden: So stelle ich mir Social Media eines Versicherers vor – herzlichen Glückwunsch dazu! Tolles Blog mit viel Mehrwert für Kunden, gut geschrieben und ansprechendes Layout.
    Wünsche Euch viel Erfolg dabei und hoffe, dass sich andere Gesellschaften eine Scheibe davon abschneiden :-)

    Herzlichen Gruß nach Köln
    Karl Morlock

    • Klemens Surmann
      Klemens Surmann 18. Juni 2013 um 8:27 Uhr- Antworten

      Lieber Karl Morlock, vielen Dank für das Kompliment und herzliche Grüße aus Köln! Klemens Surmann

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