Jeden Freitag gehen Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit auf die Straßen und setzen sich für Klimaschutz ein. Vorbild für diese Aktion ist Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Die heute 16-jährige weigerte sich am 20. August 2018 zum ersten Mal zum Unterricht zu gehen und zeigte stattdessen vor dem schwedischen Parlament ein Schild mit der Aufschrift „Skolstreijk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima). Nun ist sie bereits für den Friedensnobelpreis nominiert.

Internationale Bewegung von Schülerinnen und Schülern

Nicht nur in Schweden und Deutschland protestieren immer mehr junge Menschen und wollen auf die Vernachlässigung des sozialen Aspekts der Klimapolitik aufmerksam machen. Auch in Dänemark, Frankreich, Russland, den USA, Australien und vielen weiteren Ländern wird die Schüler- und Studierendenbewegung immer größer. Die Aktionen werden von den Schülerinnen und Schülern über bundesweite WhatsApp-Gruppen und andere Social-Media-Kanäle selbst organisiert. FFFD (Fridays for Future Deutschland) will damit beispielsweise erreichen, dass die Investitionen in erneuerbare Energien gesteigert werden. Weitere Ziele sind der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs im Rahmen einer Verkehrswende und das Absenken des Wahlalters auf 16 Jahre, um die Teilnahmemöglichkeiten junger Menschen zu erweitern.

Muss das während der Schulzeit sein?

Viele fragen sich – muss das unbedingt während der Schulzeit sein? Die Jugendlichen meinen ja. „Was sollen wir für ein gutes Endjahreszeugnis oder einen guten Abschluss zur Schule zu gehen, wenn man für eine Zukunft lernt, die es so wahrscheinlich gar nicht geben wird“, ist einhellige Meinung unter den Demonstranten. Befürworter der Demos vertreten die Meinung, dass die „Klimastreik“-Bewegung die erste Bewegung sei, die wirklich die Verantwortung der älteren Generationen anspreche und sich für ihre eigene Zukunft und die der folgenden Generationen einsetze.

Kritiker, wie Hessens Kulturminister Alexander Lorz, sehen das ganz anders. Er ist der Meinung, dass es keinen Grund mehr gebe, während der Schulzeit zu demonstrieren, da das erste wichtige Ziel von FFFD, Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu schaffen, inzwischen erreicht sei.

Wie gehen die Schulen mit den Demonstranten um?

Die Meinungen, ob die Abwesenheit vom Unterricht wie Schwänzen zu werten ist oder sogar bestraft werden sollte, gehen weit auseinander.  Manche Lehrkräfte sind begeistert, dass die Schülerinnen und Schüler sich so einsetzen – auch weil sie es als ihre pädagogische Aufgabe sehen, ihnen beizubringen, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen. Andere dagegen tolerieren das Fehlen im Unterricht nicht und entschuldigen es dementsprechend auch nicht. Die rechtliche Lage ist derzeit jedoch noch unklar. Es wird diskutiert, ob Versammlungen von FFFD, die während der Unterrichtszeit stattfinden, im Hinblick auf die Schulpflicht als rechtmäßig oder rechtswidrig gewertet werden – Ergebnis offen.

Wie steht Ihr zu den aktuellen Freitags-Demos – demokratisches Recht oder Schulschwänzerei?