Pedelec – vom Seniorenrad zur Sportmaschine

Das ist doch nur was für rüstige Rentner – dieser Ruf eilte dem Pedelec, sprich dem Fahrrad mit elektrischem Antrieb, lange voraus. Diese Zeiten haben sich gewaltig geändert. Es gibt solche Räder in allen Varianten, ob Rennrad, Transportbike, Mountainbike oder City-Bike – inzwischen gilt ein Pedelec als Lifestyle-Gerät, selbst eingefleischte Mountainbike-Sportler steigen mehr und mehr auf den elektrischen Schub um.  

Das Pedelec – treten mit Rückenwind

Pedelec steht für Pedal Electric Cycle. Wer in die Pedale tritt, kann verschiedene Unterstützungsstufen zuschalten, wer nicht tritt, kommt auch nicht vorwärts. Pedelecs wiegen um die 20 Kilo, etwa sieben Kilo mehr als ein normales Fahrrad, Antriebseinheit und Akku und der festere Rahmen machen das Mehrgewicht aus. Das kann ganz schön in die Beine gehen – je nachdem, wie stark man den Motor nutzen möchte.

Pedelec, E-Bike oder was?

An dieser Stelle ist eine Begriffsklärung angesagt. Die meisten reden in diesem Zusammenhang von E-Bikes, damit ist aber eine ganz andere Fahrzeugkategorie gemeint. E-Bikes und S-Pedelecs fahren ohne Tretunterstützung und sind führerscheinpflichtig. Den rein sportlichen Aspekt erfüllt allein das Pedelec – ohne selbst zu treten, geht hier gar nichts.  Allerdings hat man auf Wunsch immer Rückenwind.

Sportlichkeit und Lifestyle

Das Pedelec eröffnet allen Radfahrern völlig neue Möglichkeiten. Der Mountainbiker kommt höher und weiter, für den Tourenfahrer sind 100 Tageskilometer mit der gleichen Kraft  zu schaffen, wie sonst nur 50 Kilometer, selbst für Rennradfahrer gibt es die ersten Pedelecs mit Motor, sie werden nach anfänglicher Skepsis begeistert angenommen. Auch Profisportler steigen auf Bikes mit Motor um, der ehemalige Trial-Profi und Vizeweltmeister Stefan Schlie prognostiziert, dass das eMountainbike das klassische Mountainbike kurzfristig ersetzen wird.

Während die ersten Pedelecs noch recht schwerfällig aussahen und meist von Senioren gefahren wurden, hat die Industrie jetzt die jüngere Zielgruppe entdeckt. Durch vollständige Integration von Akku und Motor, die Entwicklung von Apps und ausgeklügelte Schließ- und Lichtsysteme sind teure und begehrte Lifestyle-Räder entstanden, die in Großstädten inzwischen als Statussymbol gelten.

Was ist anders?  

Grundsätzlich muss sich der Radler erst an das Fahren mit einem Pedelec gewöhnen. Nach ein paar Runden hat man aber schnell ein Grinsen im Gesicht. Worauf muss man noch achten? Pedelecs sind teuer, unter 2000 Euro ist kein Markenrad zu bekommen. Hier müssen entsprechende Schlösser angeschafft werden, sonst ist das teure Stück schneller gestohlen, als man hinsehen kann.  Besser ist, man schließt eine passende Pedelec Versicherung ab, dann ist man ganz auf der sicheren Seite, oft ist sogar eine Pannenhilfe inklusive. Ein überdachter und sicherer Stellplatz ist dabei unverzichtbar. Bevor es losgeht, muss man seine Akkuladung im Griff haben. Je nach Leistung und Nutzung reicht eine Ladung für 120 Kilometer, das Aufladen geht in etwa zwei Stunden an der heimischen Steckdose. Und schließlich müssen Pedelecs beim Fachhändler gewartet werden – die Kette verschleißt schneller, die hydraulischen Bremsen müssen funktionieren und für die Elektrik gibt es Softwareupdates.

Vor dem Kaufen Probe fahren

Das Rad muss passen wie eine Hose – man sollte perfekt sitzen, ohne Verspannungen, die Füße müssen den Boden berühren. Welche Art von Rad liegt mir? Was will ich mit dem Fahrrad machen? Brauche ich Gepäcksysteme oder gar eine Hängerkupplung? Die Auswahl ist mittlerweile riesig, am besten probiert man beim Fachhändler seine Favoriten aus – dann weiß man schnell, was auch für längere Zeit Spaß macht. Wem das Pedelec zu teuer ist, sollte mal diese Rechnung aufmachen: Ein Monatsticket bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben kostet etwa 100 Euro, ein Pedelec etwa 2000 Euro. Verzichtet man auf das Ticket, lässt zudem das Auto öfter stehen, hat sich das Bike nach spätestens zwei Jahren amortisiert – und schneller und gesünder ist es allemal.

Checkliste Pedelec-Kauf

  • Einsatzgebiet – Stadt, Gelände, Touren, Transporte
  • Händler – Fachhändler mit Meisterwerkstatt?
  • Schaltung – Kettenschaltung, Nabenschaltung oder Automatik?
  • Bremsen – Scheiben- oder Felgenbremsen?
  • Akku – 500 Watt heute Standard
  • Motor – Sportliche Ausrichtung oder eher moderat
  • Antrieb – Kette oder Riemen?
  • Schloss – eingebaut oder extra Anschaffung notwendig?
  • Versicherung – Extra Versicherung oder in der eigenen Hausrat abgedeckt?

Ward Ihr schon einmal auf einem Pedelec unterwegs? Wäre es eine Option für Euch?

 

Foto: www.flyer-bikes.com/pd-f

Von |2018-06-20T08:19:18+00:0018. Juni 2018|Kategorien: gesundheit, Mobilität, Trends, Unterwegs|Tags: , , , , |

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