Plastikmüll im Meer – Krankmacher auch für die Menschen

Gerade erst hat die Europäische Union beschlossen, Einwegartikel aus Plastik wie Strohhalme, Einwegbesteck und Rührstäbchen zu verbieten, Supermärkte und Einzelhändler verbannen langsam Plastiktüten aus dem Sortiment und Bio-Gemüse wird immer öfter mit einem Laser gebrandet statt mit Kunststoff umwickelt. Zero Waste ist allgegenwärtig und doch so schwer umzusetzen.

Plastikmüll in Deutschland weit über EU-Durchschnitt

Jeder Deutsche produziert 37 Kilo Verpackungsmüll pro Jahr, mehr als 6 Kilo über dem EU-Durchschnitt. Damit liegt Deutschland in Europa auf dem traurigen Platz drei hinter Irland und Estland. Das größte Problem mit dem Kunststoff ist der häufige Weg ins Meer. Zwar kann Plastik gut recycelt werden, das passiert aber in Europa nur bei 30 Prozent des Mülls, in China wird gerade einmal neun Prozent wiederverwendet. Plastikmüll im Meer hat weitreichende Folgen: Jährlich sterben eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Kontakt mit Plastik.

Plastikmüll im Meer – Krankmacher für die Menschen

Auch unseren Körper belasten wir mit Kunststoff: durch die darin enthaltenen Schadstoffe und Mikroplastik. Das sind alle Kunststoffteile mit einem Durchmesser von unter 5 Millimetern. Zum einen findet es sich in Kosmetika wie Peelingkörnern, Shampoo oder Waschmittel,  zum anderen zersetzt sich der Müll in kleinste Teile. Das ist vor allem für die Umwelt eine große Belastung, denn die Partikel bauen sich nur sehr langsam ab und gelangen in Flüsse, Meere und Seen – und damit in unser Trinkwasser und unseren Organismus. Das kann zu einer Veränderung der Gene und des Erbgutes führen. Auch im Plastik selber finden Wissenschaftler zahlreiche Schadstoffe, die sich beispielsweise in Brotboxen oder PET-Flaschen auf den Inhalt, unsere Lebensmittel, übertragen. Das kann zu Krebs, Fehlbildungen und anderen schwerwiegenden Krankheiten führen.

Um die Umweltbelastung zu minimieren, möchten viele ihren Plastikkonsum reduzieren. Doch Plastik steckt fast überall drin: Im Gemüseregal, in der Joghurtverpackung, im Waschpeeling, bei der Schminke oder der Wasserflasche – und das sind nur die offensichtlichen Biespiele. Das macht es alles sicherlich nicht leicht, darauf zu verzichten, wenn Plastik so selbstverständlich ist und nicht mal überall klar ist, wo es überall vorkommt. Daher müssen Alternativen her, welche die Plastikreduzierung vereinfachen. Wichtig dabei: Es kann nicht jeder alles und sofort ändern. Es hilft aber schon, klein anzufangen und sich mit dem Problem und den Auswirkungen vertraut zu machen.

Sieben Alternativen um Plastik im Alltag zu ersetzen

  1. Zum Einkaufen immer eine Tasche oder einen Stoffbeutel mitbringen. Das ersetzt ganz einfach den Kauf von Plastiktüten an der Kasse. Spart Geld und Plastik.
  2. Loses Obst und Gemüse einkaufen. So kann auf eine unnötige Verpackung verzichtet werden. Dabei aber natürlich nicht die dünnen Plastiktüten verwenden, sondern die Ware einfach so in den Korb und aufs Band legen oder kleine Netze mitbringen. Auch zum Bäcker oder zum Metzger einfach seine eigene Tasche oder Dose rüberreichen.
  3. Auf plastikfreie Alternativen achten. Es gibt zum Beispiel Milch, Säfte, Wasser, Joghurt, Öl und Senf im Glas. Das Behältnis kann danach sogar wiederverwendet werden. Auch Seife oder Shampoo gibt es plastikfrei als Kernseife.
  4. Nein zu Strohhalm, Plastikbesteck, Partyteller, Alufolie, Kaffeebecher & Co. – alles Dinge, die man nur einmal verwenden kann. Bienenwachstücher, Edelstahlstrohhalme und Porzellan-to-go-Becher helfen gegen den unnötigen Müll.
  5. Immer eine Trinkflasche dabei haben. Am besten eignen sich dafür Edelstahlflaschen. So kann man immer Wasser auffüllen und kommt gar nicht erst in Versuchung, Plastikflaschen zu kaufen.
  6. Mikroplastik in Kosmetik vermeiden. Nahezu jedes Produkt kann schädliches Mikroplastik enthalten. Mithilfe von Apps wie Codecheck können die Inhaltsstoffe von Produkten geprüft werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf Naturkosmetik umsteigen oder stellt eigene Produkte her.
  7. In Unverpacktläden, auf dem Markt oder in Hofläden einkaufen. Dabei einfach eigene Taschen, Gläser und Dosen mitbringen. Der Einkauf ist dann nicht nur plastikfrei, sondern auch noch regional.

Achtet ihr auch schon auf plastikfreie Alternativen in eurem Alltag?

Foto: pixabay/lizenzfrei

Von |2018-07-24T09:13:53+00:0024. Juli 2018|Kategorien: Allgemein, gesundheit, Leben|Tags: , , , |

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