„Kein Bild, kein Ton, ich komme schon“ – wer kennt ihn nicht, diesen Werbespruch des nostalgischen Fernsehreparaturdienstes um die Ecke. Blieb das Bild schwarz, kam der nette Mann mit dem Koffer, schraubte die Rückwand ab, tauschte hier und da was aus und schon lief das geliebte Gerät wieder. Neu kaufen? Das machte man alle 10 Jahre mal. Später wurden die Geräte immer billiger, kamen aus Fernost, voller fest eingebauter Elektronikbauteile. Reparatur lohnte sich nicht, es wurde neu gekauft. Jetzt scheint sich der Trend wieder zu drehen. Reparieren gilt als ein neuer Trend. Teilweise passiert das sogar kostenlos.

Reparaturen umsonst oder selbst gemacht

„Kein Witz, ich repariere kostenlos Spielzeuge!!“ – das schreibt der Elektro-Spielzeugdoktor auf seiner Webseite. Alles was reparierbar ist, wird hier wieder funktionstüchtig gemacht. Warum macht man so etwas? „Ganz einfach, aus Spaß an der Freude anderen Menschen zu helfen, als Hobby“, sagt Thomas Lührsen, dem man sogar per Webcam über die Schulter sehen kann.

Großen Zulauf erhalten die Repair-Cafes. Das sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputten Dinge reparieren. An den Orten, an denen das Repair Café stattfindet, ist Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen vorhanden. Zum Beispiel für Kleidung, Möbel, elektrische Geräte, Fahrräder, Spielzeug und vieles mehr. Vor Ort sind auch Reparaturexperten zugegen: Elektriker, Schneiderinnen, Tischler und Fahrrad- mechanikerinnen. Mittlerweile gibt es Repair-Cafes überall auf der Welt, alleine hier in Köln gibt es vier Cafes, wo repariert wird, bis der Arzt kommt.

Recycling der etwas anderen Art

„Und was dann leider nicht mehr repariert werden kann, daraus machen wir Kunst!“ – das sagt Muharrem Batman aus Berlin. Natürlich gibt es bei ihm auch Kleingerätereparaturen und Servicedienstleistungen wie das Entstauben von Computern. Das, was nicht mehr zu reparieren ist, kommt in die Kunstwerkstatt. Heraus kommen ungewöhnliche Dinge wie etwa ein Kleid aus Leiterplatten. Bestaunen kann man das in der Schrottkunst-Galerie im Internet. Wenn Ihr Euch die Kunstobjekte in die Wohnung stellen wollt, mit einer Hausrat– oder die Kunstversicherung seid ihr zumindest materiell auf der sicheren Seite, wenn etwas mit den wertvollen Unikaten passiert.

Schrottberge wachsen

Der Sinn solcher Aktionen steht übrigens außer Frage. Durchschnittlich 1,7 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronikgeräte fallen laut Bundesumweltministerium pro Jahr in Deutschland an, Nach EU-Normen verwertet, behandelt und wiederverwendet werden jährlich etwa nur 700 000 Tonnen Altgeräte.

Wie handhabt ihr das mit den defekten Geräten – reparieren oder wegwerfen?

Links zum Thema:


Der Spielzeugdoktor
Repair-Café
Batman-Elektronik
Uno-Bericht zum Elektronikschrott
Kunstversicherung
Hausratversicherung

Foto: ellenm1/flickr/creative commons license