Wer zahlt, wenn mein Computer Viren versendet?

Einkaufen, Wohnungssuche, Bankgeschäfte – viele Menschen erledigen diese Dinge heutzutage online. Doch allzu oft verhalten sich Verbraucher im Netz unvorsichtig. Der Safer Internet Day am 6. Februar  regt dazu an, sich mit dem eigenen Surfverhalten in puncto Sicherheit auseinanderzusetzen. Denn immer mehr Kriminelle versuchen die Sorglosigkeit der Internetsurfer auszunutzen, indem sie beispielsweise Daten klauen oder Computer oder Smartphones mit Viren infizieren. Aber wer zahlt eigentlich, wenn Geräte durch mich mit einem Computer-Virus infiziert werden?

Versender der Schadsoftware muss haften – Haftpflicht checken

Wer einem anderen Schaden zufügt, muss laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) Schadensersatz leisten. Dieses Prinzip gilt nicht nur, wenn man beim Nachbarn eine Vase kaputt macht. Auch virtuelle Schäden sind hier eingeschlossen: Wenn vom eigenen Rechner Schadsoftware verschickt wird, der andere Rechner lahmlegt, muss man hier ebenfalls für den Schaden aufkommen. So kann der Geschädigte den Zeitwert, maximal den Wiederbeschaffungswert verlangen, wenn der Computer nicht mehr repariert werden kann. Ein anderes Beispiel: Fehlt Geld vom Konto aufgrund einer zugesandten Spam-Mail, hat der Versender der Mail als Schadenverursacher dafür zu haften und Schadensersatz zu leisten.

Verbraucher können sich gegen dieses Risiko mit einer Privathaftpflichtversicherung absichern. Aber Vorsicht: In vielen älteren Policen ist der Schutz nicht enthalten. Es lohnt sich also, in den Versicherungsbedingungen nachzuschauen, ob eine Deckung für elektronische Datennutzung oder Internetnutzung vorhanden ist.

 Sicherheitsbewusstes Verhalten – wie im Alltag

Unabhängig davon, ob die eigene Privathaftpflichtversicherung gegen solche Fälle absichert oder nicht, gilt es für  Internetnutzer, beim Surfen einige Sicherheitsstandards einzuhalten: Betriebssystem, Browser und Virenschutzprogramm sollten auf dem aktuellsten Stand und die Firewall aktiviert sein – unabhängig davon, ob Nutzer mit Smartphone oder Notebook online sind. Am besten verhält man sich wie im Alltag auch. Verläßt man die eigene Wohnung, achtet man darauf, dass achte ich auch darauf Fenster und die Wohnungstür geschlossen sind. Die gleiche Vorsicht gilt auch für das Internet.

Unternehmen erkennen Gefahrenpotenzial, sichern sich aber nicht ab

Auch für Unternehmen steigt die Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Rund ein Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland sehen laut einer Studie der Gothaer Cyber-Risiken wie einen Hackerangriff oder Datendiebstahl als eine der größten Gefahren (32 Prozent). 35 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass ihr Unternehmen von einem solchen Risiko konkret betroffen sein könnte. Nichtsdestotrotz gibt es bei den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen noch deutliche Lücken: Jedes fünfte KMU verzichtet beispielsweise auf die Installation von Virenschutzprogrammen, jedes Vierte hat keine Firewall und sogar ein Drittel führt keine professionelle Datensicherung durch. Einen Versicherungsschutz für Cyberrisiken haben bislang nur neun Prozent der Unternehmen.

Die Gothaer Sicherheitstipps zum Safer Internet Day:

  • Betriebssystem, Browser und Virenschutzprogramm für alle Geräte (ob Smartphone oder Notebook) auf dem aktuellsten Stand halten
  • Firewall aktivieren
  • Passwörter mit Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen verwenden
  • Privathaftpflichtversicherung hinsichtlich Deckung von Schäden aus elektronsicher Datennutzung oder Internetnutzung überprüfen

Foto: pixabay/lizenzfrei

Von | 2018-02-26T16:39:26+00:00 5. Februar 2018|Kategorien: Digitalisierung|Tags: , , |

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