Spektakulärer Kunstraub – Tatort Museum

Am 11. Mai 2003 geschah das Unfassbare: das berühmte Salzgefäß „Saliera“, die eindeutig Benvenuto Cellini zugeschriebene Goldschmiedearbeit und sein einziges erhaltenes Werk, wurde aus dem Kunsthistorischen Museum Wien gestohlen. Erst 2006 tauchte sie wieder auf. Ein Fall, der wie ein Blitz durch die Medien ging.

 

Die Saliera – ein besonders wertvolles Salzgefäß

Mit einem Versicherungswert von ca. 50 Millionen Euro ist die Saliera eines der wahrscheinlich wertvollsten Salzgefäße der Welt. Sie wurde während eines Aufenthalts Benvenuto Cellinis in Paris zwischen 1540 und 1543 im Auftrag König Franz‘ I. von Frankreich vom Künstler kreiert. Schließlich gelangte sie als Geschenk König Karls IX. in den Besitz von Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Bei diesem Salzgefäß handelt es sich um eine allegorische Darstellung des Planeten Erde. Zu sehen sind zwei Figuren, die einander gegenüber sitzen. Das Meer ist in Gestalt eines Mannes und die Erde in Gestalt einer Frau dargestellt. In der rechten Hand hält der Mann einen Dreizack. Die Saliera – mit Maßen von 28,5 cm x 21,5 cm x 26,3 cm – besteht aus Gold, Email, Ebenholz und Elfenbein.

 

Der spektakuläre Kunstraub eines historischen Salzgefäßes

Tatort Museum: Am 11. Mai 2003 verlassen die letzten Besucher der „Langen Nacht der Musik“ um ca. 02:00 Uhr in ausgelassener Stimmung das Kunsthistorische Museum Wien. Das Gebäude ist zu diesem Zeitpunkt auf Grund von Renovierungsarbeiten eingerüstet. Der Täter, der beruflich Sicherheitsanlagen installiert, entdeckt bei einer vorherigen Führung durch das Museum die veralteten Sicherheitsvorkehrungen. Spontan beschließt er, nachdem die letzten Besucher gegangen sind, im leicht angetrunkenen Zustand in das Museum einzubrechen. Es ist ein Leichtes für ihn über das Gerüst an der Seite des Museums hinaufzuklettern. Der Täter hebelt ein Fenster auf, wird jedoch von der dahinterliegenden Jalousie aufgehalten. Also heißt es wieder zurück zum Auto, Messer holen und erneut sein Glück versuchen. Schließlich gelingt es ihm in das Gebäude einzusteigen. Jetzt geht alles ganz schnell: er läuft zum Ausstellungsort der „Saliera“, zertrümmert die ungepanzerte Glasvitrine (mittlerweile werden hauptsächlich gepanzerte Glasvitrinen für Kunstwerke von einem solch hohen Wert verwendet), steckt das wertvolle Salzgefäß in einen Jutesack und verschwindet wieder. Dabei wird natürlich der Alarm ausgelöst. Im Glauben, dass es sich hierbei wieder einmal um einen Fehlalarm handelt, reagiert das Aufsichtspersonal dementsprechend und kontrolliert die Ausstellungsräumlichkeiten nicht gründlich genug. Der Verlust wird erst am nächsten Morgen bemerkt und gemeldet.

 

Nach dem Diebstahl – was nun?

Dem Täter leuchtet ein, dass es auf Grund der Berühmtheit der Saliera unmöglich sein wird sie zu verkaufen. Deswegen vergräbt er sie zunächst in einem Wäldchen. Dort soll sie für die nächsten drei Jahre liegen. Erst später kommt er auf die Idee Lösegeld zu fordern. Als Beweis für die Echtheit des Objektes, sendet der Täter den Behörden den Dreizack, den die männliche Figur in der rechten Hand hielt. Für 10 Millionen Euro könne die Saliera zurückgekauft werden. Bei einer „Schnitzeljagd“ durch Wien gibt er der Polizei per SMS Anweisungen und bricht die Übergabe vorzeitig auf dem gleichen Weg wieder ab. Schließlich fällt ein Überwachungsvideo aus einem Handy-Shop in die Hände der Polizei, in dem der mutmaßliche Täter zu sehen ist. Das daraus gewonnene Foto wird schließlich zur Suche veröffentlicht. Der Täter meldet sich selber bei der Polizei, da man ihm eine gewisse Milde in Form einer kürzeren Haftstrafe anstelle von zehn Jahren Haft für seinen spektakulären Kunstraub in Aussicht gestellt hatte. Er führt die Beamten in ein Wäldchen in der Nähe des Waldviertler Klosterstädtchens Zwettl. Dort wird die „Saliera“ schließlich wieder ans Tageslicht gebracht und hat anscheinend nur wenig gelitten. Seit 2008 kann sie wieder in voller Pracht im Kunsthistorischen Museum Wien bewundert werden.

 

Kunstwerke schützen

Wenn der Ernstfall eintritt und sämtliche Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr ausreichen, kann sich glücklich schätzen, wer  gut versichert ist. Für Museen, Galerien etc., aber auch für private Kunstsammler, gibt es Kunstversicherungen, so auch die GoArt-Kunstversicherung der Gothaer. Dies ist eine Allgefahrenversicherung für Kunstwerke aller Art, ausgestellt in Geschäfts- und Privaträumen, welche im Fall von Beschädigung, Zerstörung und Abhandenkommen eintritt. Sie bietet unter anderem einen Schutz für betriebsbedingte Transporte, Aufenthalte bei Restauratoren, Gutachtern und Fotografen, Teilnahmen an Ausstellungen und Messen weltweit, Kassenbestände und Verkaufsmaterialien sowie für die Betriebseinrichtung. In der Regel sind gepanzerte Vitrinen und oft auch eine eigene Alarmsicherung Bedingungen für einen Versicherungsschutz. Bei Bedarf schickt die Gothaer ihre eigenen Spezialisten für Brand- und Einbruchsicherheitstechnik vor Ort zum Kunden, um diesen zu beraten.

Kennt Ihr andere spektakuläre Kunstraube?

 

Foto: Pixabay/lizenzfrei

Ein Kommentar

  1. Lars 2. Juli 2018 um 14:46 Uhr - Antworten

    Interessanter Artikel, danke.

    Es wäre schön, würde mal jemand den aktuellen Sachstand zum „Gotha Coup“ (Schloß Friedenstein, 1979) zusammenfassen.

    Grüße!

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