Die Grillsaison ist für die meisten Deutschen der Sommer, und zwar die warmen und trockenen Tage (davon hatten wir in diesem Jahr zum Glück genügend). Wenn es heiß wird in Deutschland, dann fängt es in den Gärten an zu qualmen. Dann werden Nackensteak und Grillwürste gekauft und die Männer binden die Schürze um. Wenn dann das herbstliche Wetter mit Regen und Kälte beginnt, wird der Grill meist eingepackt und weggeräumt – bis zum nächsten Sommer.

Nicht so bei Tobias Dannappel. Der begeisterte Grillmeister kennt keine Saison. „Wir grillen das ganze Jahr durch“, erzählt er. „Mir persönlich ist die kalte Jahreszeit sogar lieber. Ich finde es großartig, mit dicker Jacke am Grill zu stehen und meine Gäste zu bewirten.“ Außerdem seien die Gerichte im Herbst/Winter interessanter. „Dann kommt viel Wild auf den Grill, saisonale Früchte wie Beeren, Maronen und verschiedene Pilzsorten. Damit ändert sich die Geschmacksrichtung gegenüber dem Sommergrillen deutlich.“

Tobias Dannappel ist Inhaber der Grillkonzept GmbH in Bochum. Seine Agentur veranstaltet seit 2012 Grillevents für Firmen und Privatveranstaltungen. Seit 2013 gehört eine Grillakademie dazu, in der Dannappel inzwischen ca. 120.000 Gäste bewirtet und im Grillen geschult hat. Er merkt: „Wintergrillen ist ein Trend, der immer stärker zunimmt. Wenn man in einen Baumarkt oder ein Spezialgeschäft für Grillgeräte geht, sieht man, dass die Palette an Zubehör immer größer wird. Der Spaß am Grillen ist groß und viele braten auf dem Feuer schon lange nicht mehr nur die Grillwurst.“

Grillmeister Tobias Dannappel

 

Was ist der Unterschied zwischen Grillen und Barbecue?

Der begeisterte Experte ist selbst durch seine private Leidenschaft für das Thema zum Grillen gekommen: „Ich war immer schon am Kochen und Grillen interessiert. Und habe mich dann mit dem Thema Grillen mehr und mehr befasst.“ Er erklärt: „Zunächst gibt es ja einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Grillen und Barbecue. Vom Grillen spricht man, wenn es um kurze Bratzeiten bei großer Hitze geht, z. B. bei dem klassischen Steak. Barbecue bedeutet dagegen langsames Garen bei niedriger Temperatur mit Rauch, das sogenannte „Smoken“. Diese Garweise ergibt ein eigenes Aroma und funktioniert bei einer Vielzahl von Gerichten.“

Das sogenannte „Smoken“ mit seinem leichten Räucheraroma passt nach Dannappels Erfahrung besonders gut zu Wild. Im Herbst und Winter ist daher eher Barbecue als Grillen angesagt. „Manche Gerichte sind viele Stunden auf dem Grill. Der Garprozess kann zwischen zwei und 24 Stunden dauern“, erklärt er. Dabei müsse man aber keinesfalls die ganze Zeit neben dem Grill stehen. Wenn man den Grill richtig einstelle, mache er seine Arbeit weitgehend allein. „Man muss ab und zu nach dem Grillgut sehen, aber kann durchaus während der meisten Zeit im warmen Zimmer bleiben.“

Vielfältige Gerichte vom Grill – zu jeder Jahreszeit!

Bei Tobias Dannappel zu Hause liegen Backofen und Herd beinahe brach. „Ich grille fast täglich, das ganze Jahr über. Es gibt im Grunde nichts, was man nicht wunderbar auf dem Grill machen kann. Ob Fleisch, Fisch oder Gemüse – aus allem lässt sich etwas zaubern.“ Sogar Flammkuchen werden von Tobias Dannappel auf dem Grill zubereitet. „Das geht sehr schnell und schmeckt sehr lecker.“ Sein besonderer Tipp: Ein großer Gusstopf, den man auf eine Feuerstelle stellt und mit Kohlebriketts umgibt. „Darin kann man tolle Fleischgerichte, aber auch Eintöpfe und Gemüsesorten wunderbar garen.“ Er schwärmt: „Für mich gibt es nichts Schöneres, als bei Winter und Wetter draußen am Grill zu stehen. Da hält mich nichts auf, wobei eine Überdachung natürlich schon hilfreich ist.“

Auch die Teilnehmer der Grillakademie seien in der Regel begeistert, wenn sie die Vielfalt des Barbecues kennenlernen. „Wir sind das ganze Jahr ausgebucht. Das zeigt, dass Wintergrillen tatsächlich immer mehr im Kommen ist. Ein besonderes Highlight sind unsere Weihnachtskurse. Denn selbst die klassische Weihnachtsgans schmeckt vom Grill großartig.“

Und wie sieht es mit dem Thema Frauen und Grillen aus? „Ach, das werden immer mehr. Inzwischen haben wir im Schnitt einen Frauenanteil von etwa 20 Prozent. Natürlich ist es immer noch eine Männerdomäne. Es hat wohl doch was von Männeridealen, bei jedem Wetter rauszugehen und für etwas zu Essen sorgen. Aber die Anzahl der Frauen in den Seminaren steigt.“

 

Ausstattung für echte Grillmeister

Welche Ausstattung benötigt man denn als erfolgreicher Grillmeister? „Für das Wintergrillen ist es besonders wichtig, einen entsprechend dickwandigen Grill zu haben. Wenn die Wandstärke zu gering ist, verliert der Grill bei kalten Außentemperaturen natürlich deutlich schneller an Hitze.“ Insgesamt rät Dannappel von zu günstigen Geräten ab: „Wenn der Grill keine hohe Hitze zustande bringt oder die Temperatur nicht ordentlich hält, macht das Ganze wenig Spaß.“ In Sachen Kohle reiche aber ein guter, solider Kugelgrill durchaus, um fast alles zu machen, was man möchte. Empfehlenswert seien zusätzliche Kohlekörbe zum Einhängen in den Grill. „Die haben den Vorteil, dass man durch Herausnehmen oder Verschieben die Hitze gut regulieren kann.“ In Sachen Gas wird es schon anspruchsvoller. Hier empfiehlt Dannappel mindestens drei Flammen. Wenn man einen Grill mit nur einer oder zwei Flammen habe, sei man in der Regel anschließend von den Möglichkeiten enttäuscht. Ein großer Gasgrill sei dagegen eine fast vollwertige Kochstation, mit der fast alles möglich sei.

„Aber zu den Produkten muss man natürlich auch was sagen!“, ergänzt der leidenschaftliche Grillmeister. „Es ist natürlich Geschmackssache, aber empfehlen kann ich nur, auf gute, nachhaltig produzierte und regionale Produkte zu setzen. Man schmeckt das einfach, wenn Tiere beispielsweise nicht aus der Massentierhaltung kommen. Bei Wild hat man natürlich besonders schönes Fleisch, aber auch das Gemüse und die Beilagen sollten regional sein. Damit sind die Gerichte nicht nur jahreszeitpassend und lecker, sie sind auch ökologisch deutlich besser.“ Sein Beispiel: „Jetzt ist Apfelzeit, damit lässt sich viel machen. Backäpfel oder Kartoffelgratin mit Äpfeln schmecken prima vom Grill. Einfach mal ausprobieren!“

Tipps vom Grillprofi

  • Der ideale Grill sollte möglichst dickwandig sein, um die Temperatur gut halten zu können.
  • Ein guter Gasgrill sollte mindestens drei Flammen haben, dann lässt sich damit nahezu alles zubereiten.
  • Als Holzkohlegrill ist ein solider Kugelgrill gut geeignet.
  • Dazu einige Kohlekörbe zum Einhängen, um die Hitze flexibler regulieren zu können.
  • Besonderer Tipp: Ein großer gusseiserner Topf für Gemüse, Eintöpfe oder sogar Brot.
  • Mit einem Räucherbrett verleiht man Fisch und Fleisch eine zusätzliche rauchige Note.
  • Das Grillgut sollte nachhaltig produziert sein und aus der Region stammen.

Grillen lernen an der Grillakademie Ruhr – Gewinnspiel!

Wir verlosen exklusiv für unsere Blog-Leser einen Grillkurs für zwei Personen an der Grillakademie Ruhr von Tobias Dannappel!

  •  1 x 2 Tickets für den Grillkurs „Premium Grillen im Advent ‚Weihnachtsspecial‘ am 09.12.2018 von 14.00 bis 18.00 Uhr“ an der Grillakademie Ruhr in Bochum.

Beantwortet einfach bis zum 04.11.2018 unsere Gewinnspielfrage mit einem Kommentar hier unter dem Beitrag:

  • Was landet bei euch am liebsten auf dem Grill?

Die vollständigen Teilnahmebedingungen gibt es hier.

Wir drücken allen Grill-Fans die Daumen!

 

 

Fotos und Video: Walter Benedikt